Standing Ovations und große Emotionen beim Award der „Sport Bild“. Die rund 700 Gäste in der Hamburger Fischauktionshalle erhoben sich am Montagabend für Bayern Münchens Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß, der den Legenden-Award für sein Lebenswerk überreicht bekam. Der Kabarettist Bruno Jonas schloss seine Laudatio auf den Preisträger mit den Worten: „Wer ihn kennt, der mag ihn.“
Dann wurde es emotional. Hoeneß betrat die Bühne und war sichtlich gerührt. „Ja, um ehrlich zu sein: Stolz bin ich schon“, sagte der 74-Jährige im Gespräch mit Moderatorin Esther Sedlaczek und „Sport Bild“-Chefredakteur Henning Feindt. „Das war alles wirklich toll. Aber mein Hunger ist immer noch da. Und ich liebe Menschen, die hungrig sind. Ich bin aus ganz kleinen Verhältnissen, aus Ulm, aus der kleinen Metzgerei nach oben gekommen. Darauf bin ich stolz. Aber ich bin nicht derjenige, der sich was darauf einbildet, und bin weiterhin bereit, alles dafür zu tun, dass es so bleibt.“
Bei der Erinnerung an den Moment des deutschen WM-Triumphs 2014, als Bastian Schweinsteiger sich im TV-Interview an ihn wandte, kamen Hoeneß auf der Bühne fast die Tränen. „Das war einer meiner emotionalsten Momente, die ich erlebt habe. Ich war ja im Gefängnis. Ich hatte versucht, für einige Gefangene einen Gemeinschaftsraum zu organisieren, damit wir das Spiel sehen konnten, aber die Gefängnisleitung hat das abgelehnt. Dann lag ich ganz allein in meiner Zelle. Und dann sagt er sowas. Boah, ich habe geheult wie ein Schlosshund und das könnte ich heute noch“, sagte Hoeneß bewegt.
„Ich glaube, dass Jürgen wieder Disziplin reinbringt“, sagt Uli Hoeneß
Schweinsteiger hatte einst im Gespräch mit dem ARD-Reporter gesagt: „Ein ganz spezieller Gruß an einen Mann, ohne den wären wir alle nicht hier. Das ist Uli Hoeneß. Vielen Dank für Ihre Unterstützung. Wir glauben daran, dass alles gut wird, und wir unterstützen Sie sehr. Vielen Dank!“ Hoeneß saß damals seit dem 2. Juni 2014 wegen Steuerhinterziehung eine Haftstrafe im bayerischen Landsberg ab.
Bei der Ehrung der „Sport Bild“ angesprochen auf die deutsche Nationalmannschaft und die WM in diesem Jahr fand Hoeneß anschließend deutliche Worte: „Also, dass die deutsche Mannschaft da in Amerika einen Betriebsausflug gemacht hat, das wissen wir ja alle. Und das darf nicht mehr sein. Die müssen bereit sein, sich den Arsch aufzureißen. Es kann nicht sein, dass da ein Familienausflug stattfindet mit Frau und Kindern. Ich glaube nicht, dass das bei Jürgen Klopp möglich ist. Und deshalb glaube ich, dass Jürgen wieder Disziplin reinbringt.“
Zudem wünschte sich Hoeneß eine Wende in der Nachwuchsarbeit des deutschen Fußballs. „Ich habe früher nach der Schule gekickt auf der Straße, bis meine Mutter uns bei Dunkelheit vom Platz geholt hat. Das gibt es doch heute gar nicht mehr“, sagte er. „Wir leben in einem Land, wo es den meisten sehr gut geht. Darin sehe ich die größte Gefahr auch für unseren Fußball. Denn wenn einer aus Brasilien kommt, wenn er aus Portugal kommt, wenn er aus Argentinien kommt, der will die soziale Leiter hochsteigen. Und wir müssen wieder lernen, hart zu arbeiten, wenn wir Erfolg haben wollen. Das gilt nicht nur für die Fußballer, sondern für das ganze Land.“
Die Preisträger des „Sport Bild“-Awards 2026
Legenden-Award: Uli Hoeneß (FC Bayern)
Aufsteiger des Jahres: FC Schalke 04 (Fußball)
Olympia-Award: Julia Taubitz (Rodeln)
Weltmeister-Award: Luke Littler (Darts)
Star des Jahres: Alexander Zverev (Tennis)
Fußballstar des Jahres: Harry Kane (FC Bayern)
Sonderpreis der Chefredaktion: Leo Neugebauer (Zehnkampf)
TV-Award: Magenta TV
Kids-Charity-Award: All Inclusion Sports e.V.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke