Die Erstrundenpartie im DFB-Pokal zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern wird zum Skandalspiel. Immer wieder fliegen Pyros, Böller und Raketen auf den Platz, als Mannheimer Fans den Rasen stürmen wollen, greifen Einsatzkräfte und berittene Polizisten ein. Das Spiel ist eine knappe halbe Stunde unterbrochen. Der 1:0-Sieg Kaiserslauterns nach Verlängerung gerät zur Nebensache.
Direkt nach dem Spiel begann die Suche nach den Gründen und Schuldigen. Waldhofs Sportdirektor Matthias Schober äußerte am Sky-Mikro seine Gedanken zur Eskalation.
Die Polizei setze auch Pfefferspray ein„Nach der Rudelbildung auf dem Platz wurden Raketen aus dem Lauternblock auf unsere Haupttribüne geschossen. Ich glaube, dass das der Auslöser für die Spielunterbrechung war“, sagte Mannheims Sportdirektor Matthias Schober. Der ehemalige Torwart machte auch schnell einen Schuldigen für die Eskalation aus – es waren nicht die eigenen Fans, die den Platz stürmten und immer wieder Raketen und Böller zündeten, sondern Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter.
„Wie hier provoziert wurde, gehört sich nicht“
„Der Spieler Ritter hat so auf seine Art und Weise provoziert und vor der Haupttribüne Dampf abgelassen. Das entschuldigt aber nicht die Becherwürfe. Aber ich glaube, dass das auch schon sehr provozierend war. Dass unsere Fans auf den Platz gegangen sind, geht nicht. Trotzdem muss ich auch sagen, kurz vor Ende der Partie hat sich Ritter bei jeder Ecke so viel Zeit gelassen und provoziert. Wie hier von der Nummer sieben provoziert wurde, das gehört sich auch nicht“, sagte Schober. Kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit war Ritter in eine Rudelbildung mit mehreren Mannheimer Spielern involviert. Drei Spieler, darunter auch Ritter, sahen die Gelbe Karte.
Marlon RitterMannheims Kapitän hatte eine ganz besondere Sicht auf das Spiel. „Das war ein ganz besonderer Abend von der Stimmung. Es war eine supergeile Stimmung. Unsere Fans haben alles abgerissen“, sagte Lukas Klünter. Der Sky-Reporter fragte irritiert nach und wies ihn auf die Gewalt-Eskalation hin. „Ich spreche von dem Spiel. Während das Spiel lief, war es super. Alles andere muss man dann analysieren“, sagte Klünter.
„Wenn Raketen auf Tribünen fliegen, hört der Spaß auf“
Deutlich selbstkritischer präsentierte sich Kaiserslauterns Geschäftsführer Thomas Hengen: „Provoziert haben viele Leute. Was auf den Rängen abgegangen ist, war furchtbar – von beiden Seiten. So ein Derby darf nicht ausarten, das schadet uns und dem Fußball. Ich kann nur ein Kompliment an die Polizei aussprechen, dass sie so schnell da war und eskaliert hat. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir das Spiel noch zu Ende spielen.“
Die Ausschreitungen werden für beide Vereine ein Nachspiel habenDafür verantwortlich zeichnete sich Schiedsrichter Robert Schröder mit seinem besonnenen Handeln auf dem Platz. „Das war schon sehr heftig. Wenn Raketen auf das Spielfeld und die Tribünen fliegen, dann hört der Spaß auf. Wir waren sehr nah am Abbruch“, sagte Schröder. Sein Team habe sich dann mit der Polizei und den Sicherheitskräften abgestimmt und entschieden, weiterzumachen.
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