Sein schweres Schicksal bewegte die Boxwelt und führte zu strengeren Sicherheitsregeln: Der puertoricanische Boxer Prichard Colón ist an den Folgen seiner schweren Hirnblutung gestorben, die er vor elf Jahren bei einem Kampf erlitten hatte. Das berichteten sein Vater Richard Colón und Boxverbände in emotionalen Mitteilungen. Er wurde 33 Jahre alt.
Im Oktober 2015 hatte der damals 23-Jährige bei einem Kampf gegen Terrell Williams eine Hirnblutung erlitten und dabei irreversible neurologische Schäden davongetragen. Colón hatte nach Angaben des Boxverbandes WBC während des Kampfes mehrere schwere, regelwidrige Schläge gegen den Hinterkopf einstecken müssen.
Der Puerto-Ricaner lag nach einer Notoperation, bei der der Druck auf sein Gehirn reduziert werden sollte, 221 Tage im Koma und war fortan im Rollstuhl sitzend mit nur minimalem Bewusstseinszustand durchgehend auf medizinische Betreuung und die Hilfe seiner Familie angewiesen.
„Ich muss euch leider mitteilen, dass mein Sohn Prichard diese irdische Welt verlassen hat – er ist JETZT in einer besseren Welt“, schrieb sein Vater Richard bei Facebook. „Vielen Dank für so viele Jahre der Liebe und der Gebete. Bitte schließt uns weiterhin in eure Gebete ein, soweit es euch möglich ist.“
Nach Unglück verschärfte Boxverband Sicherheitsbestimmungen
Colón galt während seiner Karriere als aufstrebendes Talent, bis zum verhängnisvollen Unglück hatte er alle seine 16 Profikämpfe gewonnen, darunter 13 K.-o.-Siege. Boxverbände würdigten Colóns Karriere und sein Leben nach dem Unglück. „Getragen von der nahezu übermenschlichen Hingabe und unermüdlichen Liebe seiner Eltern Nieves und Richard Colón wurde der „Champion des Herzens“ zu einem weltweiten Symbol für Widerstandskraft, Glauben und Würde“, schrieb der Boxverband WBC, der Colón später zum Ehrenweltmeister ernannte, auf seiner Website. Der WBO schrieb auf Instagram, Colóns Mut, Stärke und Kampfgeist hätten weit über den Ring hinausgereicht, er sei „ein Kämpfer bis zum Schluss“ gewesen.
Das Unglück habe den WBC später veranlasst, seine Sicherheitsbestimmungen entschieden zu verschärfen, hieß es vom Verband. Dazu gehörten demnach eine Null-Toleranz-Politik bei Schlägen auf den Hinterkopf sowie strengere medizinische Protokolle zum Schutz der Gesundheit aller Boxerinnen und Boxer weltweit.
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