Das blamable Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay liegt bereits sechs Wochen zurück. Nach der Niederlage im Elfmeterschießen und den ganz schwachen Vorstellungen bei der WM wurde der Druck auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Trainer zu groß. Bundestrainer Julian Nagelsmann und der Verband gingen getrennte Wege, Jürgen Klopp übernahm das Amt des Bundestrainers.
Nagelsmann hat sich seit seinem Rücktritt nicht geäußert. Der 39-Jährige hat noch keinen neuen Vertrag unterschrieben. Nach knapp drei Jahren als Bundestrainer und dem großen Trubel bei der Weltmeisterschaft meidet er die Öffentlichkeit.
Nagelsmann (l) und Lothar MatthäusNach Meinung von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus sollte sich Nagelsmann lieber im Ausland nach der nächsten Aufgabe umschauen. „Ich glaube nicht, dass Nagelsmann so schnell einen Top-Job in Deutschland bekommt“, schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky: „Hier steht er unter größerer Beobachtung als im Ausland.“
„Er war teilweise eingeschnappt“, sagt Matthäus über Nagelsmann
Matthäus betonte: „Niemand will ihm persönlich was Böses, auch ich nicht. Aber er hat in der jüngsten Vergangenheit zu empfindlich auf Kritik reagiert und war teilweise sehr eingeschnappt.“ Das könnte sich hierzulande als Bumerang herausstellen. „Im Profifußball gibt es Kritik, wenn die Ergebnisse nicht stimmen oder kein attraktiver Fußball gespielt wird“, schrieb der frühere Bayern-Profi: „Bei Julian war beides der Fall.“
Die Liste der Vorwürfe an Nagelsmann nach dem WM-Aus ist lang. In der Kommunikation beim Comeback von Manuel Neuer und der damit verbundenen Degradierung Oliver Baumanns zur Nummer zwei gab er eine unglückliche Figur ab, seine Ehefrau Lena war im Mannschaftsquartier immer wieder zu Gast, er verwirrte die Mannschaft mit wechselnden Aufstellungen und taktischen Vorgaben.
„Wenn du überlegst, dass unsere Top-Spieler auf fachfremden Positionen spielen oder zumindest auf angepassten, dann ist das Konzept vielleicht auch falsch aufgesetzt“, sagte Thomas Müller.
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