Sie hatten geträumt von einer Medaille. Davon, ihre erste gemeinsame Saison mit Edelmetall bei den Europameisterschaften zu krönen. Am Ende, als Lou Massenberg und Jonathan Schauer nach ihrem letzten Sprung beim Synchronwettbewerb vom 3-Meter-Brett wieder auftauchten, war die Überraschung perfekt: Sie gewannen Gold.
Das Duo aus Halle/Saale setzte sich nach einer nervenstarken Darbietung mit der hohen Punktzahl von 423,84 vor Jewgeni Kusnetsow/Nikita Schleicher (Neutrale Athleten/408,99) sowie Stefano Belotti/Matteo Santoro (386,07) aus Italien durch. Der 25 Jahre alte Massenberg und der vier Jahre jüngere Schauer holten damit nach dem Sieg von Moritz Wesemann vom 1-Meter-Brett den zweiten Titel für das Team von Bundestrainer Christoph Bohm bei der EM im Centre Aquatique Olympique.
Neue Europameister: Lou Massenberg (l.) und Jonathan Giesbert SchauerWenig später fügte Pauline Pfeif dem deutschen Edelmetall-Konto eine weitere Medaille hinzu. Die WM-Zweite aus Berlin gewann Silber vom Turm. Für ihre fünf Sprünge aus zehn Metern Höhe erhielt die 24-Jährige 305,30 Punkte. Den Sieg sicherte sich überlegen die Britin Maise Bond. Die Niederländerin Else Praasterink lag die Winzigkeit von 0,15 Punkten hinter Pfeif auf Rang drei.
Angespannt bis in die Fußspitzen: Pauline PfeifFür die ganz große Show aus deutscher Sicht hatten zuvor aber Massenberg und Schauer gesorgt. Vom ersten bis zum sechsten Sprung waren die beiden Deutschen als einziges Duo fehlerfrei geblieben. Vor allem den letzten Sprung mit dem Schwierigkeitsgrad 3,8 brachten sie so überragend ins Wasser, dass danach nur noch Umarmungen bei den Athleten und dem gesamten Betreuerstab zu sehen waren.
Massenberg: „Das war seit Jahren das Ziel“
„Europameister, das hört sich im ersten Moment surreal an. Ich werde wohl erst mal eine Nacht drüber schlafen müssen“, sagte Schauer nach dem größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. „Es war ein unglaublicher Wettkampf. Wir wollten etwa 400 Punkte schaffen, jetzt sind es ein paar mehr. Und Gold ist natürlich die Krönung von allem“, betonte Massenberg.
Für den 21-jährigen Schauer ist es die erste internationale Medaille in der offenen Klasse. Massenberg (25) konnte zwar bereits EM-Titel im Mixed sowie im Teamwettbewerb feiern, doch auch für ihn ist dieser Sieg ein Novum. „Das war jetzt in einer olympischen Disziplin“, sagt er. „Das war seit Jahren das Ziel, und dafür habe ich den besten Partner an meiner Seite. Wir haben uns gegenseitig durchgepusht, sind ruhig geblieben und haben abgerufen, was wir konnten.“
Vor einem Jahr hatte das deutsche Team in dieser Disziplin ebenfalls den Sieg geholt. Damals triumphierte das Duo Wesemann/Timo Barthel.
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