Nach den Auseinandersetzungen im Anschluss an das WM-Finale ermittelt die Fifa gegen Argentinien. Spaniens Nationaltrainer Luis de la Fuente sprach von „unerträglichen und inakzeptablen“ Vorfällen.

Die Fifa beauftragte am Montag einen Disziplinarermittler mit einem Bericht über die hitzigen Auseinandersetzungen nach Spaniens 1:0-Erfolg nach Verlängerung am Sonntag. Argentiniens Mittelfeldspieler Leandro Paredes ging dabei auf die spanischen Spieler Eric Garcia und Gavi körperlich los. Zudem erhielt Spaniens Kapitän Rodri einen Schlag in den Bauch, als er an Argentiniens Verteidiger Nahuel Molina vorbeilief.

„Das darf nicht zugelassen werden“, sagte de la Fuente am Donnerstag dem spanischen Fernsehsender TVE. Die Szenen selbst habe er in diesem Moment nicht mitbekommen, da er „mit anderen Menschen gefeiert“ habe. Später aber habe er sie in Videos gesehen.

Spaniens Trainer Luis de la Fuente findet klare Worte für die unschönen Szenen nach Abpfiff des WM-Finals

„In jedem Fall halte ich so etwas für unerträglich und inakzeptabel – gerade von Spielern dieses Kalibers, die ich in den Tagen zuvor noch gelobt habe und die von einem hervorragenden Trainer betreut werden“, erklärte der spanische Coach.

Die Fifa hat bislang keine Details zu den Ermittlungen gegen Argentinien veröffentlicht. Unklar ist auch, ob Aussagen von spanischen Spielern oder Betreuern eingeholt wurden. Argentiniens Co-Trainer Roberto Ayala entschuldigte sich am Mittwoch für eine Auseinandersetzung mit Dani Olmo. Dabei habe es sich um einen Stoß und nicht um einen Schlag gehandelt.

Trainer lobt Spaniens Zurückhaltung

De la Fuente lobte in dem Interview ausdrücklich das Verhalten seiner Mannschaft im Stadion. „Ich möchte hervorheben, wie wir auf diese Art von Aggression und Provokation reagiert haben“, sagte der Trainer: „Unsere Spieler haben stets die Fassung bewahrt und sich wie echte Profis verhalten.“

Spanien krönt sich gegen Argentinien zum Weltmeister. Nach dem Finale analysieren Tabea Kemme, Thomas Müller und Jürgen Klopp die Partie. Neben dem verdienten Sieg der Spanier wird auch die teils übertriebene Härte der Argentinier diskutiert.

Die spanische Mannschaft hatte den argentinischen Spielern auf dem Weg zur Siegerehrung sogar ein Spalier gebildet. Die Medaillen wurden von US-Präsident Donald Trump überreicht. Als Rodri wenige Minuten später den WM-Pokal in die Höhe stemmte, hatten sich die Argentinier schon entfernt. Ein Großteil der Mannschaft drehte den Siegern darüber hinaus noch demonstrativ den Rücken zu.

Laut Fifa-Statuten kann ein Sonderermittler die „Eröffnung eines Disziplinarverfahrens beantragen und die Verhängung disziplinarischer Maßnahmen gegen Verbände, Klubs oder Einzelpersonen vorschlagen“.

Wann eine Entscheidung fällt, ist offen. Ebenso unklar ist, wann mögliche Sperren für argentinische Spieler wirksam würden, da die Nationalmannschaft in den kommenden Monaten keine Pflichtspiele bestreiten wird.

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