Für das Finale der Weltmeisterschaft dürfen Christoph Kramer und Per Mertesacker ihr Sofa verlassen. Statt im Berliner Studio hat das Experten-Duo bei der Live-Übertragung ab 19.30 Uhr seinen Einsatz im Stadion von East Rutherford. Auch Moderator Jochen Breyer ist für das Endspiel zwischen Argentinien und Spanien (21 Uhr, im Sport-Ticker der WELT und bei Magenta TV) in die USA gereist. Zuvor war ihr WM-Einsatzort das ZDF-Studio in Berlin, wo sich Experten und Moderatoren auf einer Couch aufreihten.

Zu Hause in Berlin bleiben am Finaltag Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein und der für das Turnier als Experte engagierte Ex-Freiburg-Trainer Christian Streich. Endspiel-Kommentator Oliver Schmidt ist schon seit Wochen in Nordamerika unterwegs.

Die zwei der Reisegruppe des Zweiten: die Ex-Profis Christoph Kramer (links) und Per Mertesacker

Beim parallel übertragenden Pay-TV-Sender MagentaTV trifft die versammelte Expertengruppe im Stadion noch einmal zusammen. Neben dem designierten Bundestrainer Jürgen Klopp treten Tabea Kemme, Thomas Müller und Mats Hummels auf. Auch Laura Wontorra und Johannes B. Kerner moderieren in East Rutherford. Kommentator ist Wolff Fuss.

Beide Sender übertragen die Shows vor dem Anpfiff und in der Halbzeit. Im Vorprogramm treten unter anderem Nicole Scherzinger, Robbie Williams, Laura Pausini und US-Rapper Post Malone auf. In der auf Berichten zufolge verlängerten Halbzeitpause sorgen Justin Bieber, Madonna, Shakira, Gustavo Dudamel, Coldplay und die K-Pop-Band BTS für die Show.

Das spricht für Spanien

Defensivstärke: Gerade mal ein Gegentor haben die Iberer auf dem Weg ins Endspiel kassiert – beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Zuvor war Keeper Unai Simón 649 Minuten ohne Gegentreffer geblieben und hatte damit einen WM-Rekord aufgestellt. Vor allem Linksverteidiger Marc Cucurella ragt als unermüdlicher Kämpfer aus dem Defensivverbund heraus. Aber auch sein Pendant auf der Gegenseite, Pedro Porro, hat großen Einfluss auf das Spiel und erzielte bei dieser WM seine ersten beiden Länderspiel-Tore. Wie die Spanier im Halbfinale die Zauber-Offensive der Franzosen abkochten, war beeindruckend.

Flexibilität: Spaniens Spiel ist auf Ballbesitz und Kontrolle ausgerichtet – aber nicht nur. Wenn sein Team für etwas bekannt sei, dann dafür, dass es sich je nach Situation anpassen könne, sagte Kapitän Rodri vor dem Finale. „Wir sind eine sehr komplette Mannschaft und deshalb sind wir hier“, betonte der Mittelfeldstar. Gegen Argentinien erwarte er ein extrem physisches Spiel, so der 30-Jährige. Ruhen die Spanier weiter so in sich wie bisher, dürften sie aber auch mögliche Provokationen der Südamerikaner nicht aus dem Tritt bringen.

Oyarzabal: Alle sprechen über Messi und Yamal. Aber die Spanier haben noch einen weiteren Trumpf. Stürmer Mikel Oyarzabal hat bei diesem Turnier bereits fünf Tore erzielt. Und er ist ein echter Final-Experte. In jedem seiner bislang sechs Endspiele als Profi hat der 29-Jährige getroffen: mit Real Sociedad San Sebastián in zwei spanischen Pokalfinals, mit der Nationalmannschaft in zwei Nations-League-Endspielen sowie entscheidend im EM-Finale 2024, mit der Olympia-Auswahl im Endspiel von Tokio vor fünf Jahren. Eine famose Bilanz.

Das spricht für Argentinien

Messi: Zu alt? Ein Lionel Messi ist offenbar nie zu alt. Der 39-Jährige spielt eine herausragende WM, hat bereits acht Tore und vier Vorlagen auf dem Konto. Er trägt diese Mannschaft, er trägt die ganze Nation. Sicher: Er nimmt sich auf dem Platz seine Auszeiten. Aber: Er ist zur Stelle, wenn es darauf ankommt. Die Mitspieler schauen zu ihm auf und suchen ihn, wenn es eng wird. So dürfte es auch im Finale sein – dem mutmaßlich letzten WM-Spiel des Ausnahmekönners.

Mentalität: Das Spiel der Südamerikaner lebt von den Emotionen. Sie treten mit unglaublich viel Herz und Leidenschaft auf. Die glücklichen Gesichter auf den Tribünen oder in der Heimat würden sie beflügeln und berühren, erklärte Trainer Lionel Scaloni. Die Unterstützung half den Argentiniern in der kniffligen K.-o.-Phase, mehrere brenzlige Situationen zu überstehen. Gegen Kap Verde und die Schweiz mussten sie in die Verlängerung, gegen Ägypten und England retteten sie sich mit späten Toren. Die Albiceleste darf man niemals abschreiben.

Erfahrung: Spanien tritt mit dem Selbstbewusstsein eines Europameisters auf. Aber: In Argentiniens Kader stehen tatsächlich noch 17 Weltmeister von 2022. Wichtige Stützen der Startelf, die im Finale von Katar damals gegen Frankreich gewann, haben auch diesmal tragende Rollen: Torhüter Emiliano Martínez etwa, Offensiv-Star Messi natürlich, aber auch Stürmer Julián Álvarez. Trainer Scaloni ist ein echter Titelsammler: Neben dem WM-Pokal gewannen die Argentinier in seiner Amtszeit auch schon zweimal die Copa América (2021 und 2024).

England sichert sich in einem epischen Spiel die Bronzemedaille. Zur Pause liegen die Three Lions mit vier Toren vorne, doch dann startet Frankreich eine irre Aufholjagd und rettet sich beinahe in die Verlängerung. Sehen Sie die Highlights hier im Video.

Der Weltmeister darf sich über ein Rekord-Preisgeld freuen. Der Sieger des Endspiels erhält als Prämie 50 Millionen Dollar (43,71 Millionen Euro). An den Verlierer schüttet der Weltverband Fifa noch 33 Millionen Dollar aus (28,85 Millionen Euro). Für den dritten Platz erhält England 29 Millionen Dollar (25,35 Millionen Euro), der Vierte Frankreich bekommt 27 Millionen Dollar. (23,61 Millionen Dollar).

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