US-Präsident Donald Trump und Fifa-Chef Gianni Infantino haben die WM in Kanada, Mexiko und den USA überschwänglich gelobt. „Das war das erfolgreichste Sportevent vielleicht in der Geschichte der Welt. Es war großartig“, schwärmte Trump bei einem Fifa-Empfang in New York an der Seite von Infantino.
Dabei deutete der US-Präsident eine erneute Bewerbung seines Landes um eine Fußball-Weltmeisterschaft an. „Ich sage, wir sollten wieder die USA auswählen. Dieses Mal lassen wir Mexiko und Kanada draußen“, sagte Trump. Und er legte nach: „Ich war damals sehr großzügig, sie mit ins Boot zu holen. Was wir machen: Wir lassen sie weg, wählen uns aus und nehmen beim nächsten Mal jemanden anderen. Das würde bei allen etwas von der Wut, dem Hass und der aufgeheizten Stimmung herausnehmen.“
Dann wird es völlig absurd, denn Trump fährt munter fort. Infantino habe noch eine andere Idee gehabt. Der Weltverbandschef habe gesagt, dass die USA beim nächsten Mal einen gemeinsamen Anlauf mit China unternehmen könnten. Wie ernst Trump diese Aussage über die unrealistische Kombination meinte, blieb unklar. „Das wären schöne kurze Flüge zwischen den Spielen“, scherzte er. „Die Spieler würden es lieben.“
Mögliche US-Bewerbung um die Fußball-WM 2038
Zuletzt hatte bereits Andrew Giuliani, Leiter der Fifa-Taskforce des Weißen Hauses zur WM, eine mögliche Bewerbung der USA für die WM 2038 mit 64 Teams ins Spiel gebracht. Trump sagte an Infantino gerichtet, dass er ihn so verstanden habe, dass der Fifa-Chef die WM „beim nächsten Mal noch größer machen“ werde. Zuletzt hatte Infantino erneut eine baldige WM-Erweiterung von aktuell 48 auf 64 Mannschaften nicht ausgeschlossen.
Argentinien gewinnt gegen England auch dank einer überragenden Leistung von Lionel Messi. Durch seine beiden Vorlagen gelingt es den Argentiniern, die Partie kurz vor Schluss zu drehen. Während die Enttäuschung in England riesig ist, geht Argentiniens Mission Titelverteidigung weiter.Vor dem Finale zwischen Spanien und Argentinien in East Rutherford sprach Infantino wie gewohnt als persönliche Bilanz von der „großartigsten WM der Geschichte“. „Es ist das größte menschliche, soziale und kulturelle Ereignis, das die Menschheit je erlebt und gesehen hat, und wir alle sind Teil davon“, sagte der Chef des Weltverbands. Als Beleg für seine These führte Infantino unter anderem die Zuschauerzahlen in den Stadien und vor dem Fernseher an. „Der amerikanische Traum, Herr Präsident, ist wahr geworden.“
Infantino und Trump dankten sich gegenseitig für die Unterstützung. „Sie brauchen niemanden, der Ihnen Komplimente macht, Herr Präsident. Aber diese Weltmeisterschaft wäre ohne Sie nicht ein so unglaublicher Erfolg gewesen“, sagte Infantino.
Balogun: Trump dankt explizit Infantino für Entscheidung
Trump äußerte sich an dieser Stelle auch noch einmal zum Fall Balogun und bedankte sich ausdrücklich bei Infantino für die umstrittene Entscheidung zur aufgehobenen Rotsperre des amerikanischen Nationalspielers. Er habe Infantino angerufen und eine Empfehlung ausgesprochen, sagte Trump – und wandte sich dann direkt an den neben ihm stehenden Fifa-Boss: „Du hast eine großartige, großartige, großartige Entscheidung getroffen.“
Der US-Stürmer Balogun hatte beim 2:0 im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina die Rote Karte gesehen und war damit eigentlich automatisch für die Achtelfinal-Partie gegen Belgien gesperrt. Die Fifa hob die Sperre aber überraschend wieder auf – nach Darstellung des Weltverbands traf die formal unabhängige Disziplinarkommission diese Entscheidung. Trumps Worte nun klangen aber nach einer persönlichen Intervention Infantinos.
Der US-Stürmer Folarin Balogun darf gegen Belgien auflaufen. Eigentlich war der Topscorer wegen einer Roten Karte gesperrt worden. Nach einem Telefonat zwischen Donald Trump und Fifa-Präsident Infantino ist die Sperre jetzt aufgehoben worden. WELT-Reporter Christian Beilfuß berichtet aus New York.Trumps Anruf und die Entscheidung zur Aufhebung der Sperre hatten weltweit, vor allem aber in Europa große Empörung ausgelöst und waren als unzulässige Einmischung der Politik in den Sport kritisiert worden. „Ich weiß“, sagte Trump jetzt zu Infantino, „dass du niemals dafür die Anerkennung bekommst.“ Infantino habe eine seiner vielen guten Entscheidungen getroffen.
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