Die Rote Karte für Folarin Balogun lässt der Fußball-Welt keine Ruhe. Jetzt gibt es neue Berichte darüber, wie die Entscheidung getroffen wurde, seine Sperre zur Bewährung auszusetzen. Denn die englische „Times“ schreibt, dass die Entscheidung, Baloguns Sperre nach seiner Roten Karte auszusetzen, nicht vom gesamten 18-köpfigen Fifa-Disziplinarkomitee getroffen wurde. Sondern nur von einem Mann: dem Vorsitzenden Mohammad al-Kamali aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Al-Kamali wurde im Mai 2025 zum Vorsitzenden des Disziplinarkomitees gewählt. Der Jurist war zuvor unter anderem Mitglied der richterlichen Kammer der Fifa-Ethikkommission sowie von 2017 bis 2025 unabhängiger Integritätsbeauftragter der Asiatischen Fußball-Konföderation.

Dass sich alle 18 Mitglieder des Komitees zusammenschließen, um eine Entscheidung zu treffen, ist in der Tat selten. Aber normalerweise werden solche Fälle von einem mehrköpfigen Gremium behandelt. Dass es dieses Mal offenbar eine Solo-Entscheidung war, wirft weitere Fragen auf.

Es gibt in den Foto-Agenturen kaum Aufnahmen von Mohammad Al Kamali (r.): Diese stammt aus dem Jahr 2012 von einem Treffen mit dem damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini

Bisher hat die Fifa die Einzelfallentscheidung nicht veröffentlicht. Außerdem hat die Fifa bis heute nicht die vollständige schriftliche, begründete Einzelfallentscheidung des Disziplinarkomitees veröffentlicht, nur eine allgemeine Erklärung zum rechtlichen Vorgehen.

Infantino betont unabhängige Entscheidung der Fifa

Fifa-Präsident Gianni Infantino hatte das Gespräch mit US-Präsident Donald Trump (80) bestätigt, betonte aber zugleich, dass ausschließlich die unabhängigen Fifa-Justizorgane über den Fall entschieden hätten. Genau darüber gibt es nach dem „Times“-Bericht Zweifel. Der Fall wird die Fußball-Welt also noch eine Weile beschäftigen.

Folarin Balogun trifft einen Bosnier am Knöchel und wird des Feldes verwiesen. Die Rote Karte zieht einen Eklat nach sich. Trump mischt sich ein, und die Fifa streicht die fällige Sperre des US-Stürmers. Das Foul im Video.

US-Stürmer Folarin Balogun sah im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem zwar unabsichtlichen, aber brutalen Tritt die Rote Karte. Die Folge war eine Sperre von der Fifa. Nach einem Anruf von US-Präsident Donald Trump bei Fifa-Präsident Gianni Infantino wurde die Sperre kurz vor dem Achtelfinal-Match gegen Belgien umgewandelt, zur Bewährung ausgesetzt.

Eine in der Geschichte des Fußballs einzigartige Einmischung der Politik, die weltweit scharfe Kritik hervorrief. Auch die Uefa verurteilte den Vorgang und sagte, eine „rote Linie“ sei überschritten worden. Balogun durfte von Beginn an spielen. Die USA verloren dennoch 1:4.

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