Der ehemalige Nationalspieler Markus Babbel hält das bevorstehende Nationalmannschafts-Comeback von Torwart Manuel Neuer für richtig – Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert er dennoch scharf. „Die Art und Weise der Kommunikation ist halt einfach eine Katastrophe. Dieses Rumgeeiere von Beginn an, das macht einen halt verrückt an unserem Bundestrainer. Weil man sich klare Ansagen wünscht – und so geht es auch jedem Spieler“, sagte Babbel im ran-Interview.
Joachim Löw hingegen nahm Nagelsmann in Schutz. „Aus meiner Sicht weiß ich natürlich auch, dass ein Bundestrainer es auch schwer hat“, sagte der deutsche Weltmeister-Coach von 2014 bei RTL vor dem Anpfiff des Freiburger Europa-League-Finales. „Alle erwarten immer Entscheidungen, Kommunikation, aber es ist auch wichtig, dass man es den Spielern dann zuerst mitteilt.“
Markus Babbel wurde 1996 mit der Nationalmannschaft EuropameisterEr wolle Nagelsmanns Entscheidungen nicht bewerten, sagte Löw weiter. „Ein Trainer trifft Entscheidungen nach dem, was er alles über zwei Jahre jetzt gesehen hat von der Mannschaft, von den einzelnen Spielern. Er weiß, was er erwarten kann oder was auch nicht.“
Nagelsmann gibt am Donnerstag den WM-Kader bekannt
Der 40-jährige Neuer sei „nach wie vor herausragend gut“, sagte der frühere Bayern-Profi Babbel, und die besten Spieler müssten auch zur WM fahren. „Aber mir kann doch jetzt keiner erzählen, dass Nagelsmann erst in der letzten Woche festgestellt hat: Hoppla, der Neuer ist ja wirklich gut drauf“, sagte Babbel.
Nagelsmann wird bei einer Pressekonferenz auf dem DFB-Campus am Donnerstag (13.00 Uhr, im Liveticker bei WELT) die Kaderliste mit den 26 Spielern verkünden, mit denen er beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada zum großen Titelangriff starten will.
„Das kann doch keiner mehr ernst nehmen“
Babbel fühlt mit dem Hoffenheimer Torwart Oliver Baumann mit, der bei einer von Medien bereits als fix vermeldeten Neuer-Nominierung der große Verlierer wäre. „Baumann hat über 500 Bundesligaspiele bestritten und eine Top-Saison gespielt. Wenn ich dann trotzdem kein Vertrauen in ihn habe, dann weiß ich das schon vorher und nicht erst 14 Tage vor der Bekanntgabe“, sagte Babbel: „Was passiert denn, wenn sich Neuer nochmal verletzt? Dann ist Baumann doch gut genug? Das kann doch keiner mehr ernst nehmen.“
Dass Baumann, den Nagelsmann nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen ursprünglich als WM-Torwart auserkoren hatte, dem Vernehmen nach die vermutliche Rolle als Nummer zwei akzeptieren wolle, spreche für den Charakter des 35-Jährigen, so Babbel. „Ich hätte vermutlich anders reagiert und gesagt: Wenn du mir nicht vertraust, dann kannst du deinen Scheiß alleine machen.“
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