Es wird eine rauschende Aufstiegsparty am kommenden Sonntag geben. Der FC Schalke 04 empfängt zum letzten Spiel der Saison Eintracht Braunschweig (15.30 Uhr, im Liveticker bei WELT). Die Königsblauen stehen als Meister der 2. Liga bereits als Aufsteiger fest. Alles ist bereitet für einen krönenden Abschluss der erfolgreichen Spielzeit.
Doch im Schatten des Aufstiegs wird es hinter den Kulissen des Traditionsvereins schmutzig. Am vergangenen Mittwoch versendete Schalke die Einladungen für die jährliche Mitgliederversammlung, die am 18. Juli stattfindet. Im Schreiben sind verschiedene Anträge zu Satzungsänderungen enthalten, einer dieser Anträge ist besonders brisant.
Vier aktive Aufsichtsräte (Sven Kirstein, Pascal Krusch, Michael Riedmüller und Johannes Struckmeier) haben einen Änderungsantrag zum Thema „Ehrenpräsidium“ eingebracht. Das Ehrenpräsidium hat beim FC Schalke lediglich repräsentative Aufgaben und keine Entscheidungsbefugnisse. „Das Ehrenpräsidium sowie seine Mitglieder äußern sich nicht öffentlich zu operativen Themen oder internen Vereinsangelegenheiten“, heißt es in dem Antrag. Der Gesamt-Aufsichtsrat des Klubs empfiehlt den Mitgliedern, dieser Änderung zuzustimmen.
Sollte dem Antrag stattgegeben werden, dürften sich Mitglieder des Ehrenpräsidiums nicht mehr öffentlich über den FC Schalke äußern. Es wäre ein Maulkorb für immer, denn Mitglied im Ehrenpräsidium ist man normalerweise bis zum Tod.
Antragsteller stehen den Ultras nahe
Mutmaßlicher Hintergrund dieses Angriffs auf die freie Meinungsäußerung: Der bei den Ultras unbeliebte ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Tönnies soll auf der Mitgliederversammlung für das Ehrenpräsidium vorgeschlagen werden. Genauso wie Schalkes Jahrhunderttrainer Huub Stevens. Sollten sie ins Ehrenpräsidium rücken und die Satzungsänderung bewilligt werden, dürften sie demnach nicht mehr frei ihre Meinung über den Klub äußern.
Der FC Schalke 04 hat den Wiederaufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht, aber können sich die Knappen im Oberhaus etablieren? Walter M. Straten analysiert die sportliche und finanzielle Lage beim Aufsteiger.Die vier Antragsteller sollen den Ultras des Klubs nahestehen. Da es sehr unwahrscheinlich ist, dass sich Tönnies und Stevens den Mund verbieten lassen, dürfte es eine spannende Mitgliederversammlung werden.
„Ich bin immer für den gemeinsamen Erfolg und verstehe dieses Vorgehen nicht“, sagte Tönnies der „Bild“. Demnach will weder Tönnies noch Stevens auf die Kandidatur zum Ehrenpräsidium verzichten.
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