In der Szene gilt er als Diamantenauge. Jemand, der den Blick für außergewöhnliche Talente hat, der einen Klub mit seinen Transfers auf ein höheres Niveau heben und damit besser machen kann: Thorsten Leibenath. Doch nun sorgt der Funktionär für einigen Wirbel in der Basketballbranche.
Der bisherige Sportdirektor von ratiopharm Ulm wechselt nach der Saison als Geschäftsführer Sport zum deutschen Branchenprimus FC Bayern. Beim Meister wird er Nachfolger von Dragan Tarlac, der seinen Job auf eigenen Wunsch nach zwei Jahren wieder aufgibt. Doch bereits bevor der Wechsel im Anschluss an die aktuelle Spielzeit über die Bühne geht, zeigt man sich beim Noch-Arbeitgeber mehr als verärgert.
Insbesondere Ulms Gesellschafter Thomas Stoll tritt nun heftig gegen seinen langjährigen Wegbegleiter nach. Zunächst postete er auf X ein GIF mit einer Explosion und herunterrieselnden Geldscheinen. Danach legte er nach: „Song, der alles sagt. Mehr dann erst nach Saisonende“, schrieb Stoll auf X. Dazu postete er den im Jahr 2000 erschienenen Song der Toten Hosen: „Bayern“, der die vielsagende Zeile enthält: „Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen“.
Leibenath ist seit mehr als 15 Jahren für die Ulmer aktiv: zunächst als Trainer, dann seit 2019 als Sportdirektor. Dass die offizielle Mitteilung des deutschen Meisters von 2023 zum bevorstehenden Abgang recht kühl ausfällt, lässt aber darauf schließen, wie verärgert sie bei ratiopharm Ulm über den herben Verlust sind.
Keine übliche Danksagung
„Das EuroLeague-Team der Münchener sichert sich damit frühzeitig das neue Gesicht für die sportliche Planung beim amtierenden deutschen Meister. Thorsten Leibenath arbeitet selbstverständlich bis zum Ende der Saison weiter bei uns am Orange Campus und wechselt dann in der Off-Season an die Isar“, schrieb der Verein in einer Pressemitteilung.
Verärgert über den Verlust: Ulms Boss Thomas StollUnd weiter: „Wir schaffen hiermit Klarheit, beugen Gerüchten vor und investieren nun gemeinsam alle Energie in das optimale Abschneiden von ratiopharm Ulm im Kampf um die Meisterschaft. Klub und Sportdirektor werden, solange sich unser Team im Wettbewerb befindet, keine weiteren Stellungnahmen zum Wechsel abgeben.“
Kein Wort des Dankes – auch das sagt viel aus über die Wucht der Personalie. Sportlich will sich Ulm zum Auftakt der Play-offs am Samstag (18.30 Uhr, Dyn) allen Turbulenzen zum Trotz zunächst gegen Bamberg behaupten.
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