Livan Burcu hat den 1. FC Union Berlin vor der dritten Niederlage unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta bewahrt und sein Team dem Klassenerhalt ganz nah gebracht. Durch den späten Treffer des Offensivspielers in der 89. Minute holten die Eisernen gegen den 1. FC Köln noch ein 2:2 (1:0) und können schon an diesem Sonntag auf dem Sofa den Verbleib in der Bundesliga feiern.
Auch die Kölner sind der Rettung durch das Remis sehr nah, hätten aber angesichts der 2:0-Führung sogar einen noch größeren Schritt zum Klassenerhalt machen können. Said El Mala hatte den FC mit zwei ganz cleveren Aktionen vermeintlich auf die Siegerstraße gebracht.
Der 19 Jahre alte Angreifer bereitete den ersten Treffer durch Marius Bülter (33. Minute) mit einem klugen Laufweg aus einer Abseitsposition vor. Das zweite Tor (61.) erzielte er im Stadion an der Alten Försterei selbst. Union konnte durch den Treffer von Tom Rothe (73.) aber noch verkürzen. Und dann traf Burcu zum ersten Mal in der Bundesliga.
Union-Trainerin Eta konnte aufatmen, war mit einer Entscheidung von Schiedsrichter David Schlager jedoch nicht glücklich. Im Fokus: das 1:0 der Kölner. Abseits? Auf jeden Fall. Aber aktiv oder passiv? Diese Frage musste nach dem 2:2 von Union Berlin gegen den 1. FC Köln genau geklärt werden und die Videoaufnahmen könnten Eingang in Seminare der Referee-Schulung bekommen.
Was war passiert?
Kölns El Mala versuchte auf der linken Außenbahn einen Steilpass von Kristoffer Lund zu erreichen, bewegte sich deutlich zum Ball, brach seinen Lauf aber ab. Schlagers Assistent Stefan Lupp hob die Fahne. Doch der Pfiff von Schlager blieb aus. Kölns Jakub Kaminski spielte weiter, am Ende des Spielzugs traf Bülter sehenswert zum 1:0.
Die Sichtweise von Union Berlin
Wütende Proteste der Berliner waren die Folge. Sie hatten das Spielen eingestellt in sicherer Erwartung eines Abseitspfiffs. „Der Seitenassistent hebt die Fahne und dementsprechend reagieren natürlich Spieler auch darauf“, erklärte Trainerin Eta. Sie räumte aber auch ein: „Klar, musst du trotzdem auch weiterspielen, wenn der Pfiff des Schiedsrichters nicht kommt.“
Die Schiedsrichter-Erklärung
Schlager erläuterte seine Sichtweise. „Damit eine strafbare Abseitsstellung vorliegt, muss eines von drei Kriterien vorliegen. Zum einen muss er entweder den Ball spielen – tut er nicht. Er muss in einem Zweikampf mit einem Gegenspieler um den Ball sein. Das ist auch nicht der Fall. Oder er muss den Gegenspieler beeinflussen beim Kampf um den Ball. Das liegt auch nicht vor“, sagte der Referee.
Doch hatte El Mala wirklich keinen Gegenspieler mit seinem Lauf beeinflusst? Schlagers Assistent, der sehr erfahrene Lupp, sah es so, doch seine Meinung war letztlich nicht relevant. Und sein Handeln wird im Referee-Team ein Nachspiel haben. „Das ist ein Thema, das wir aufarbeiten. Da kam die Fahne etwas zu früh“, sagte Schlager.
Für Union und Köln wartet unterdessen die Rettung auf dem Sofa an diesem Sonntag. Während die Berliner fix gerettet sind, wenn St. Pauli gegen den FSV Mainz 05 verliert (15.30 Uhr, im Live-Ticker der WELT) und der VfL Wolfsburg beim SC Freiburg (19.30 Uhr, ebenfalls im Live-Ticker der WELT) nicht gewinnt, könnte auch für die Kölner wegen ihrer ordentlichen Tordifferenz dann fast alles klar sein.
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