Die besten Nachrichten des Tages bekam der Hamburger SV vor dem Anpfiff. Die Konkurrenten im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wie der FC St. Pauli oder der VfL Wolfsburg hatten dem HSV den Gefallen getan, zumindest nicht zu gewinnen. Somit blieb auch das 1:2 gegen die TSG Hoffenheim ohne größere Folgen für die Hamburger.

Drei Spiele vor dem Saisonende wird der Klassenverbleib für den Bundesliga-Rückkehrer immer wahrscheinlicher. Doch das Ziel wird eher stolpernd erreicht. „Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, dass wir auch drei Spieltage vor Schluss, mit der entsprechenden Anzahl an Punkten vor dem Relegationsrang oder den direkten Abstiegsplätzen stehen“, sagte HSV-Trainer Merlin Polzin. „Wir haben auch etwas dafür getan.“

Damit hat der 35-Jährige recht. Noch immer beträgt der Abstand auf den Stadtrivalen FC St. Pauli auf dem Abstiegsrelegationsrang fünf Punkte, auf den ersten direkten Abstiegsplatz mit dem VfL Wolfsburg sind es sechs Zähler. Dazu kommt die deutlich bessere Tordifferenz.

„Wir haben maximal Bock auf diese Phase“, blickte Polzin auf die letzten drei Spiele im Mai. „Ich habe letztes Jahr auch schon gesagt, dass gerade dieser Mai was ganz Besonderes im Fußball ist.“ Er sehe die Mannschaft, er sehe den Verein, „die alle in eine Richtung gehen, die Bock haben“.

HSV profitiert von der starken Hinrunde

Lange Zeit spielte der HSV als Aufsteiger eine bemerkenswerte starke Saison. Von dieser starken Phase zehren die Hamburger nun in der Endphase. Denn in den vergangenen zehn Spielen gelang nur ein Sieg (2:1 beim VfL Wolfsburg). Aus den letzten sechs Partien holten sie zwei Punkte, die letzten drei Begegnungen gingen verloren. Eine Bilanz, die in einer anderen Lage beunruhigen würde.

„Wie die Statistik ausgeht, ist mir ehrlicherweise völlig egal, weil ich am Ende den HSV gemeinsam mit der Mannschaft und allen, die dahinterstehen, in der Liga etablieren möchte“, sagte Polzin. „Und dafür werden wir weiter alles tun. Da bin ich auch fest davon überzeugt, dass das gelingt.“

Leistung gegen Hoffenheim macht Hoffnung

Bedenklich ist der Leistungs- und Energieabfall in den vergangenen Wochen. Einige Leistungsträger wie Jungstar und Abwehrchef Luka Vuskovic oder Sambi Lokonga fehlen oder fehlten, andere wie Spielgestalter Fabio Vieira haben ihre Form verloren.

Das Spiel gegen den Champion-League-Anwärter TSG Hoffenheim machte da trotz der Niederlage sogar Hoffnung. Die Hamburger agierten gegen den Favoriten in jedem Fall besser als zuletzt beim 0:4 gegen VfB Stuttgart und dem 1:3 im Nordderby bei Werder Bremen.

„Wir haben eine Leistung unserer Mannschaft gesehen, die bis zum Ende nicht aufgesteckt hat, die sehr variabel agiert hat, sowohl was lange Bälle angeht, als auch was Kurzpassspiel angeht“, sagte Polzin. Was er kritisch anmerken müsse, sei, „dass wir am Ende in beiden Boxen besser verteidigen bzw. besser agieren müssen. Und wir wollen uns nichts schönreden, wenn du am Ende keine Spiele gewinnst oder punktest.“

Bei den Gegentreffern durch Fisnik Asllani (19.) und Tim Lemperle (45.) sah die Abwehr nicht gut aus. In der 74. Minute vergab Bakery Jatta per Kopf freistehend aus kurzer Entfernung und ließ seinen Trainer vor Enttäuschung in die Knie gehen.

„Wir müssen da klar in der Analyse sein, dass wir beide Gegentore trotz der Qualität des Gegners in dieser Saison schon besser verteidigt haben“, sagte Polzin. „Und dass, wenn du Chancen hast wie die angesprochene, musst du in der Bundesliga einfach zuschlagen, weil so frei wirst du wahrscheinlich nicht mehr kommen.“ Das sei aber Teil des Prozesses. „Wir werden weiter in den Prozess vertrauen, weil uns dieser Prozess dahin gebracht hat, wo wir jetzt stehen.“

Glatzel mit froher Botschaft

Ein Lichtblick war der lang nicht berücksichtigte Robert Glatzel, der seinen Wert mehr und mehr beweist. Der Stürmer holte nicht nur den Elfmeter raus, sondern verwandelte ihn auch noch zum Ausgleich und zu seinem dritten Saisontor.

Danach hatte er noch eine persönliche frohe Botschaft: Er steckte nach seinem Tor den Ball unter sein Trikot als Zeichen, dass er zum dritten Mal Vater wird. „Ich habe es meinen Kindern und meiner Frau versprochen, dass, wenn ich das nächste Mal ein Tor mache, die Geste für sie mache“, sagte Glatzel. Anfang September soll der erste Sohn zur Welt kommen.

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