Mit einer Schulterschlinge zum Schutz ließ sich der verletzte Edin Dzeko von Zehntausenden Fans in Sarajevo feiern. Mit der linken Hand winkte der Stürmerstar des FC Schalke 04 nach dem Play-off-Sieg gegen Favorit Italien von einem Balkon und bejubelte das WM-Ticket für Bosnien-Herzegowina. In Gelsenkirchen sind die Sorgen hingegen groß: Fehlt der 40 Jahre alte Ausnahmefußballer Schalke nun in den entscheidenden Spielen um den Bundesliga-Aufstieg?
„Seine Schulter wird eingehend untersucht, auch nach seiner Rückkehr nach Gelsenkirchen wird die Diagnostik fortgesetzt“, teilte der Zweitliga-Spitzenreiter mit. Eine Diagnose gab es zunächst nicht. Mit Blick auf die nächste Ligapartie am Ostersonntag hieß es: „Cheftrainer Miron Muslic plant für das Heimspiel gegen den Karlsruher SC ohne Dzeko.“
Der Sturmstar wird aber wohl noch etwas länger als nur das eine Spiel ausfallen. „Ich hoffe, ich bin in einem Monat wieder dabei“, sagte Dzeko auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. In diesem Zeitraum stehen vier der verbliebenen sieben Ligaspiele an, in denen Dzeko fehlen würde. Immerhin gab er aus Sicht der Schalke-Fans leichte Entwarnung und dementierte Berichte aus seiner Heimat, wonach eine Operation nötig sei: „Der Arm ist nicht so schlimm, eine Operation wird wahrscheinlich nicht nötig sein.“
Dzeko war im Elfmeterschießen nicht mehr dabei
Dzeko, der nach seinem Winterwechsel ins Ruhrgebiet in acht Spielen schon sechs Tore erzielt hat, war in der letzten Aktion der Verlängerung nach einem Foul unglücklich auf die rechte Schulter gefallen. Beim Elfmeterschießen war er nicht als Schütze dabei, fieberte als Zuschauer mit.
„Das ist mir einfach so passiert. Ich sage immer wieder, ich habe das Gefühl, es war Schicksal, dass es in der letzten Sekunde des Spiels passiert ist, und dann kann ich den Elfmeter nicht schießen und jemand anderes trifft an meiner Stelle. Wer weiß, vielleicht hätte ich ja nicht getroffen, wenn ich ihn geschossen hätte“, sagte Dzeko.
Dzeko am Boden: Der Sturmstar hält sich die rechte SchulterErst zum zweiten Mal in der Verbandshistorie qualifizierte sich Bosnien-Herzegowina für die Weltmeisterschaft. 2014 in Brasilien war Dzeko dabei und will es natürlich auch diesmal sein. „Vor zwölf Jahren fingen wir klein an. Und jetzt stehen wir wieder hier und sehen, was daraus geworden ist“, rief Dzeko den Fans zu. „Man sagt, wir hätten hoch gepokert. Mag sein, aber der Bluff ist aufgegangen.“
Glaubt man den Dzekos erster vorsichtiger Prognose, wäre seine WM-Teilnahme nicht gefährdet. „Ich hoffe, dass Edin Dzekos Verletzung nicht schwerwiegend ist und er mit uns zur Weltmeisterschaft fahren kann“, hatte Trainer Sergej Barbarez gesagt. Die Bosnier spielen in Gruppe B gegen Kanada, Katar und die Schweiz.
Schalke-Trainer Muslic gab sich angesichts des Ausfalls unterdessen kämpferisch. „Wir werden das auffangen – so wie wir alles aufgefangen haben in den vergangenen neun Monaten“, sagte Muslic: „Und zwar als Kollektiv.“
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