Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli hat sich als jüngster Fahrer der Formel-1-Geschichte eine Pole Position gesichert. Der Italiener raste am Samstag in der Qualifikation zum Großen Preis von China im Alter von nur 19 Jahren und 201 Tagen zum ersten Mal in seiner Karriere auf Startplatz eins.
Damit verdrängte Antonelli den bisherigen Spitzenreiter Sebastian Vettel, der 2008 mit 21 Jahren und 73 Tagen für Toro Rosso in Monza sensationell die Pole geholt hatte. Einen Tag später raste der Heppenheimer dann auch zu seinem ersten Grand-Prix-Sieg. Vor knapp einem Jahr war Antonelli schon einmal auf Startplatz eins in der Formel 1 gefahren – allerdings nur für den Sprint in Miami. „Ich bin absolut happy“, sagte Antonelli nun. „Gute Session, keine Fehler, ich freue mich auf morgen.“
Antonelli verwies Australien-Auftaktsieger und Teamkollege George Russell, der mit einigen technischen Problemen zu kämpfen hatte und am Ende erfolgreich Schadensbegrenzung betrieb, auf den zweiten Rang. Irgendwann wurde es für ihn „einfach verrückt“, wie Russell selbst sagte. Nach dem zweiten K.o.-Durchgang klagte er über einen demolierten Frontflügel, dann konnte er seinen Motor nicht starten und bekam keinen Gang rein. Dreimal musste die Software neu hochgeladen werden, ehe der Mercedes lief.
Dritter wurde Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari. Für den viermaligen Champion Max Verstappen reichte es im Red Bull nur zu Position acht. Nico Hülkenberg schloss die Startplatzjagd im Audi als Elfter ab.
„Viele haben gesagt, der Junge sei noch zu jung für einen Mercedes, aber er hat sich gut geschlagen“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff nach der Premieren-Pole Antonellis. Jetzt komme er „in die Gänge“ und habe eine Topzeit „hingeknallt. Er beginnt richtig Performance zu zeigen und verdient diesen Sitz“, betonte Wolff. Antonelli hatte vor einem Jahr Hamilton abgelöst, der zu Ferrari gewechselt war.
Im Sprintrennen, das vor der Qualifikation auf dem Kurs ausgetragen wurde, hatte Mercedes-Pilot Russell nach einem packenden Startduell mit Hamilton triumphiert. Der Engländer verwies in Shanghai nach dem Kurz-Event über 100 Kilometer Charles Leclerc im Ferrari auf den zweiten Platz und sammelte weitere acht Punkte in der Fahrerwertung.
Hamilton, der den Sprint in China im Vorjahr noch gewonnen hatte, schaffte es diesmal nur als Dritter vor Weltmeister Lando Norris im McLaren aufs Podest. Der viermalige Weltmeister Verstappen von Red Bull erlebte schon bei diesem Wettbewerb eine Enttäuschung und blieb als Neunter erneut ohne Zähler.
„Guter Job, anfangs etwas holprig. Lewis hat in der Anfangsphase gute Arbeit geleistet“, funkte Russell nach seiner Zieldurchfahrt. Mercedes-Teamchef Toto Wolff lobte den WM-Spitzenreiter im TV-Sender Sky: „Das war einfach richtig reif.“
Hülkenberg musste eine Woche nach seinem vorzeitigen Technik-Aus in Melbourne seinen Audi in Runde 13 von 19 abstellen. Das Safety Car sorgte noch einmal für Spannung. Russells Sieg war am Ende aber ungefährdet.
Leclerc verdrängt Ferrari-Stallrivale Hamilton
Der Auftakt hatte es in sich. Verstappen erwischte einen miserablen Start und fiel von Position acht noch weiter nach hinten. „Alles, was schiefgehen kann, ging auch schief“, sagte der Red-Bull-Star mit versteinertem Gesicht und meinte damit unter anderem den Start sowie die Balance des Autos. Ob er überrascht sei von den vielen Problemen? „Etwas mehr als erwartet“, räumte Verstappen ein.
Mercedes-Fahrer Antonelli kam ebenfalls kaum vom Fleck. Nach wenigen Metern leistete sich der Italiener auch noch eine Kollision mit Verstappens Teamkollege Isack Hadjar. Trümmerteile flogen auf den Asphalt, Antonelli bekam eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt. Racing-Bull-Youngster Arvid Lindblad drehte sich dann und war später zur Aufgabe gezwungen.
An der Spitze lieferten sich in den ersten der 19 Runden Russell und Hamilton ein Wechselspiel an der Spitze. Zur Halbzeit erarbeitete sich der englische Auftaktsieger aber einen Vorsprung von gut drei Sekunden auf die starken Ferrari-Piloten Hamilton und Leclerc, die sich als Stallrivalen ein enges Duell um Rang zwei lieferten. „Ich glaube, Lewis hat zu kämpfen“, funkte Leclerc – und zog am Rekordweltmeister vorbei. An Russell, vor einer Woche Sieger des Auftaktrennens in Australien, kam er jedoch nicht mehr heran.
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