Mit gesenktem Kopf lief er vom Platz. An einem Abend, den er wohl nie vergessen wird. Leider – wie man aus Sicht von Antonin Kinsky sagen muss, denn es war ein bitterer Abend für den Torhüter von Tottenham Hotspur. 17 Minuten waren im Achtelfinalhinspiel in der Champions League bei Atlético Madrid gespielt. 17 Minuten, in denen Kinsky drei Tore kassierte – und schließlich von Igor Tudor, seinem Coach, ausgewechselt wurde.
Was für eine Demütigung für den 22 Jahre alten Tschechen bei seinem Debüt in der Königsklasse.
Entsprechend groß war im Nachgang der Partie, die Atletico 5:2 gewann, auch die Kritik. Peter Schmeichel, einst Weltklassetorhüter und inzwischen TV-Experte, fand deutliche Worte. Gegenüber CBS Sports sagte er: „Das wird ein Moment sein, an den sich jeder im Fußball erinnern wird, wenn er Kinskys Namen sieht oder hört. Man muss ihn mindestens bis zur Halbzeit auf dem Feld lassen. Er (Igor Tudor, Anm. d. R.) hat seine Karriere komplett ruiniert. Kinsky tut mir wirklich leid.“
„Es war notwendig“, sagt Kinskys Coach
Joe Hart, früherer englischer Nationaltorhüter, zeigte großes Mitgefühl für Kinsky. „Mein Herz bricht für ihn. Er hatte 14 schreckliche Minuten, diesen Ausrutscher und das dritte Tor. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach untröstlich für den Jungen. Diese Tottenham-Mannschaft ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten“, sagte er bei Sky Sports. Paul Robinson, ebenfalls ein ehemaliger englischer Nationaltorhüter, sagte: „Von schlecht zu schlechter zu am schlechtesten. Das ist eine absolute Katastrophe. Die Spurs machen überall Fehler. So etwas habe ich auf einem Fußballplatz noch nie gesehen. Was für eine enorme Entscheidung von Trainer Igor Tudor. Ja, der Torwart hat einen Fehler gemacht, aber das zerstört das Selbstvertrauen von Antonin Kinsky.“
Von einer Situation, die „sehr ungewöhnlich“ gewesen sei, sprach Trainer Tudor nach dem Debakel: „Ich bin seit 15 Jahren Trainer und habe so etwas noch nie gemacht. Es war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen.“
Vor dem 1:0 der Spanier durch Marcos Llorente (6. Minute) war Kinsky mit Ball am Fuß weggerutscht, wenig später unterlief dem 22-Jährigen erneut ein fataler Patzer: Er trat bei einem Passversuch neben den Ball. Julian Alvarez schob ein (15.). Beim zwischenzeitlichen 2:0 von Atletico war der junge Torhüter chancenlos – da patzte ein Mitspieler. In dem Fall Micky van de Ven, der wegrutschte, sodass Antoine Griezmann den Ball ins Tor schieben konnte (14.).
Seine Entscheidung, von Beginn an auf Kinsky zu setzen, verteidigte er aber im Anschluss. Vor dem Spiel sei es mit Blick auf die aktuelle Situation der Spurs „die richtige Entscheidung“ gewesen, sagte Tudor. Guglielmo Vicario, der dann für Kinsky eingewechselt wurde, stehe in einem anderen Wettbewerb „unter Druck“ und Kinsky sei „ein sehr guter Torwart“.
Leider seien „diese Fehler gerade in diesem wichtigen Spiel passiert“, sagte Tudor. Man habe für diesen Start in die Partie bezahlt. Kinsky habe es leidgetan, betonte der Coach, „wir stehen hinter ihm, wir halten alle zusammen. Es geht nie um einen einzelnen Spieler.“
Ähnlich schlecht wie in der Champions League läuft es für die Londoner auch in der Premier League. Auf Platz 16 muss Tottenham derzeit um den Klassenerhalt bangen. Tudor verlor nach der Amtsübernahme von Thomas Frank seine ersten drei Ligaspiele. Zu seiner eigenen Zukunft wollte sich der 47-Jährige nicht äußern.
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