Zwei Spieler des FC Bayern handeln sich in der Champions League plump Gelbsperren ein. Joshua Kimmich will von einer unsportlichen Aktion nichts wissen. Greift die Uefa ein?

Schon zur Halbzeit stand es 3:0, nach nicht einmal 70 Minuten führte der FC Bayern im Champions-League-Achtelfinale bei Atalanta Bergamo 6:0. Das Spiel war also schnell entschieden, es blieb früh genügend Zeit, an die Zukunft zu denken. Zum Beispiel an mögliche Gelbsperren.

Joshua Kimmich und Michael Olise nutzten die Schlussphase des Spiels für Aktionen, die mancher als unsportlich betrachten könnte. Beide kamen mit zwei Gelben Karten in die Partie, bei der nächsten Verwarnung hätten sie ein Spiel aussetzen müssen. Diese Sperre lieber im Rückspiel des quasi schon entschiedenen Duells mit Atalanta abzusitzen als möglicherweise in einem wichtigen Champions-League-Spiel gegen einen Top-Gegner, lag da nahe.

Joshua Kimmich und Michael Olise in der Champions League gesperrt

Beide Bayern-Stars wählten dafür ein relativ plumpes Vorgehen: Olise ließ sich bei einem Eckball so lange Zeit, bis der norwegische Schiedsrichter Eskas ihm Gelb wegen Spielverzögerung zeigte. Kimmich wartete wenig später bei der Ausführung eines Freistoßes ebenfalls sehr lange, der Schiedsrichter zögerte aber zunächst, dafür Gelb zu zeigen. Erst als Atalanta-Spieler Musah dazwischenging, gab es für beide die Karte. Ein einfaches, harmloses Trikotziehen wäre weniger offensichtlich gewesen.

Kimmich stritt hinterher jede Absicht ab. Die Verwarnung sei „ärgerlich” gewesen, sagte er Reportern. Er habe so lange gewartet, weil er den Ball nicht in die Pressinglinie des Gegners habe spielen wollen. „Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, lässt der Schiri es vielleicht durchgehen”, kommentierte der Bayern-Kapitän die Szene, in der er und seine Gegenspieler Gelb sahen.

Bayern-Sportvorstand Max Eberl äußerte sich da schon offener: „Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten.” Mit Dayot Upamecano drohte übrigens noch einem weiteren Münchner eine Sperre – der Verteidiger blieb aber ohne Verwarnung.

Reagiert die Uefa?

Nicht ausgeschlossen ist, dass den Bayern-Spielern ihre Gelb-Show noch auf die Füße fällt. Einen Präzedenzfall gab es im Jahr 2019: Damals handelte sich Real Madrids Abwehrspieler Sergio Ramos eine Sperre ein und gab danach zu, die Gelbe Karte provoziert zu haben. Obwohl der spanische Abwehrspieler seine Aussage später wieder zurückzog und das Gegenteil behauptete, sperrte ihn die Uefa für eine weitere Partie.

Durchaus wichtig also, dass Joshua Kimmich sich nach der Gelben Karte in Bergamo nichts ahnend gab – damit die vermeintlich clevere Aktion für ihn, Michael Olise und das Team nicht nach hinten losgeht.

Quellen: Amazon Prime Video, Uefa-Regeln, Nachrichtenagentur DPA

epp

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