Igor Tudor hatte genug gesehen. Der Trainer Tottenhams griff zu einem im Profifußball extrem seltenen Mittel. Tudor wechselte seinen Keeper nach nur 17 Minuten aus – und das nicht verletzungsbedingt. Antonin Kinsky musste runter, Guglielmo Vicario kam ins Spiel. Kinsky hatte zuvor einen Auftritt zum Vergessen abgeliefert.
Schon nach sechs Minuten stand er im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales bei Atlético Madrid erstmals im Mittelpunkt. Bei dem Versuch, einen langen Ball zu schlagen, rutschte der Tscheche weg. Die Kugel landete direkt in den Füßen Atléticos. Mit zwei Pässen wurde Marcos Llorente bedient, der wuchtig zum 0:1 abschloss.
Beim 0:2 aus Sicht der Engländer war Kinsky dann machtlos. Wieder war allerdings ein Ausrutscher vorausgegangen. Bei einem langen Ball fand sich Ex-Bundesliga-Profi Micky van de Ven auf dem Boden wieder. Antoine Griezmann konnte den Patzer nutzen und ins lange Eck einschieben (14.).
Kinsky schlägt vor dem 0:3 über den Ball
Der rabenschwarze Abend des Antonin Kinsky fand in der 15. Minute seinen negativen Höhepunkt. Bei einem Rückpass schlug der 22-Jährige über den Ball. Julian Alvarez bedankte sich und hatte keine Mühe, zum dritten Tor einzuschieben. Dann war der Arbeitstag Kinskys beendet.
Besonders bitter: Es war das erste Champions-League-Spiel in der Karriere des jungen Torwarts, der im Januar 2025 für 16,5 Millionen Euro von Slavia Prag nach London gewechselt war. Bislang sammelte er jedoch kaum Spielzeit, kam in dieser Saison nur auf zwei Einsätze im Carabao Cup. Eigentlich ist der eingewechselte Vicario die klare Nummer eins. Die Kameras fingen Kinsky noch ein, wie er in den Katakomben des Estadio Metropolitano verschwand.
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