Es sollte das große olympische Happy End für die 34 Jahre alte Lena Dürr werden. Nach zwei bitteren Enttäuschungen – einmal vor vier Jahren bei den Winterspielen in Peking, dann vor drei Tagen in Cortina d’Ampezzo – war alles bereitet für den so ersehnten Sprung auf das Podest. Gala-Wetter in den Dolomiten, Rang zwei nach dem ersten Durchgang: Dürr startet. Und eine Sekunde später ist es schon vorbei.

Am ersten Tor erlebt Dürr ihr nächstes olympisches Drama: Die 34-Jährige fädelt direkt nach dem Start ein. Im Moment des Ausscheidens geht ein riesiger Aufschrei durch den Zielbereich an der Tofana-Piste, in der Leaders Box schlagen die führenden Konkurrentinnen die Hände vor dem Kopf zusammen. Den Olympiasieg sichert sich wenige Momente später US-Superstar Mikaela Shiffrin.

Ihr Lauf wurde zur Triumphfahrt: Die 30-Jährige gewann mit überragenden 1,50 Sekunden Vorsprung auf die Schweizerin Camille Rast, Bronze ging an die Schwedin Anna Swenn-Larsson. Als die Medaillengewinnerinnen vor den Zuschauern feierten, war Dürr längst aus dem Blickfeld des Publikums verschwunden. Etwas abseits der jubelnden drei Athletinnen sagte sie dann: „Man kann es noch gar nicht realisieren im Ziel. Man meint immer, man kriegt hier noch so einen Re-Run und es geht noch mal von vorn los. Katastrophe, Worst Case. Aber so ist es jetzt.“ Emma Aicher fuhr als beste Deutsche auf Rang neun.

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