Zwölf Goldmedaillen sammelte Deutschland 2022 bei den Olympischen Winterspielen in Peking. Nach der ersten Woche der diesjährigen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo kommt das deutsche Team auf vier Olympiasiege – wie viele kommen noch hinzu? Ein Überblick über kleinere und größere Goldchancen.
Laura Nolte, Monobob
Die ersten zwei von vier Läufen hat Laura Nolte im Monobob schon erfolgreich hinter sich gebracht. Die 27 Jahre alte Weltcup-Gesamtsiegerin hat auf Platz eins 0,22 Sekunden Vorsprung vor Elana Meyers Taylor aus den USA. Die Chancen stehen also gut, dass Nolte bei der Entscheidung im vierten Lauf ab 21.06 Uhr das nächste deutsche Gold einfährt.
Goldchance: Monobob Frauen, Montag, 16. Februar, 21.06 Uhr.
Minerva Hase und Nikita Volodin, Eiskunstlauf
Vor den Olympischen Spielen zählten Minerva Hase und Nikita Volodin im Paarlauf-Wettbewerb zu den Mitfavoriten, nach dem Kurzprogramm am Sonntag und vor der Kür am Montag (20.00 Uhr) sind sie der große Goldkandidat. Im Gegensatz zu den anderen Favoriten-Duos zeigten sie keinerlei Nerven. 4,55 Punkte beträgt der Vorsprung auf die zweitplatzierten Georgier Anastasia Metelkina/Luka Berulawa. Bei einem fehlerfreien Programm dürfte dem deutschen Eiskunstlauf-Paar der Olympiasieg nicht mehr zu nehmen sein.
Goldchance: Paarlauf, Montag, 16. Februar, 20 Uhr.
Francesco Friedrich und Johannes Lochner, jeweils Zweierbob
Nach zwei olympischen Doppelerfolgen ist der viermalige Olympiasieger Francesco Friedrich mit Alexander Schüller wieder der Gold-Favorit – diesen Anspruch hat er selbst. Doch Johannes Lochner und Georg Fleischhauer dominierten im Zweierbob die Weltcup-Saison, holten sechs von möglichen sieben Siegen. Allerdings kann der Perfektionist aus Sachsen auf den Punkt abliefern. „Das Imperium hat immer zurückgeschlagen“, tönte Friedrich. Das weiß auch Lochner. „Es wird eine harte Nuss bei Olympia. Franz ist da total abgebrüht und hat da die Ruhe weg“, sagte der Berchtesgadener. Auch Adam Ammour hat mit Alexander Schaller berechtigte Chancen.
Goldchance: Zweierbob Männer, Dienstag, 17. Februar.
Vinzenz Geiger, Nordische Kombination
Im Einzel von der Normalschanze lief es für Vinzenz Geiger nicht gut. Der Olympiasieger von 2022 zählt trotzdem wie seine Teamkollegen weiter zu den Goldkandidaten auf der Großschanze in Italien. Im Einzel wollen er, Julian Schmid und Johannes Rydzek wieder angreifen.
Goldchance: Einzel Großschanze, Dienstag, 17. Februar.
Emma Aicher, Ski Alpin
Zweimal Silber hat sie schon, zum Abschluss der alpinen Wettbewerbe könnte Emma Aicher noch den Gold-Coup landen. Im Slalom der Team-Kombination legte sie die beste Zeit hin. Auch Lena Dürr könnte nach einer guten Leistung im Riesenslalom in ihrer Lieblingsdisziplin überraschen. Für den Erfolg müssen beide aber auch US-Superstar Mikaela Shiffrin besiegen. Die zweimalige Olympiasiegerin will in ihrer besten Disziplin unbedingt ihr erstes Gold seit 2018 holen.
Goldchance: Ski Alpin, Slalom, Frauen, Mittwoch, 18. Februar.
Deutschland, Nordische Kombination
Auch im Teamsprint der Kombinierer gehören Geiger, Schmid und Rydzek zwei Tage später zu den Medaillenkandidaten. Um die favorisierten Österreicher und Norweger zu schlagen, muss aber alles passen.
Goldchance: Teamsprint, Donnerstag, 19. Februar.
Daniela Maier, Ski Freestyle
Die Bronze-Medaillengewinnerin von Peking hat in dieser Weltcup-Saison schon zwei Siege eingefahren. Zuletzt gewann sie in Val di Fassa, dem letzten Rennen vor dem Olympia-Start. An Selbstvertrauen dürfte es nicht mangeln.
Goldchance: Skicross Frauen, Freitag, 20. Februar.
Florian Wilmsmann, Ski Freestyle
Ebenfalls mit Rückenwind gehen Florian Wilmsmann und die deutschen Skicrosser in ihren olympischen Wettkampf. Angeführt vom 30-Jährigen gab es bei der Generalprobe in Val di Fassa einen Dreifacherfolg. Bei seinen bisherigen Auftritten bei den Winterspielen 2018 und 2022 lief für Wilmsmann bislang kaum etwas nach Plan. Auch Cornel Renn und Tim Hronek dürfen sich etwas ausrechnen.
Goldchance: Skicross Männer, Samstag, 21. Februar.
Laura Nolte und Deborah Levi, Zweierbob
Der Weg zu Gold führt im Zweierbob nur über die Peking-Olympiasiegerinnen. Die 27 Jahre alte Laura Nolte gewann fünf der sieben Weltcup-Rennen. Nur zweimal musste sie der erfahrenen US-Pilotin Kaillie Armbruster Humphries den Vortritt lassen. Doch Noltes Anschieberin Deborah Levi ist eine Startrakete. Beide Freundinnen harmonieren bestens und gelten als haushohe Favoritinnen. „Wir nehmen die Favoritenrolle an, das macht uns nichts. Das sind wir die letzten Jahre schon oft gewesen“, sagte Nolte.
Goldchance: Zweierbob Frauen, Samstag, 21. Februar.
Lochner, Friedrich und Adam Ammour, jeweils Viererbob
Es wird das knappste Rennen der Olympia-Geschichte erwartet – aus deutscher Sicht. Rekordweltmeister Francesco Friedrich ist längst nicht mehr der Dominator. Mit drei Weltcupsiegen holte sich der Berchtesgadener Lochner die große Kristallkugel. Der Sachse Friedrich gewann zwei Saisonrennen. Doch beim ewigen Duell der beiden Dauerrivalen war zuletzt Adam Ammour der lachende Dritte. Der für Eintracht Frankfurt startende Athlet gewann die letzten beiden Rennen in der Königsklasse und überraschte somit die beiden Routiniers.
Goldchance: Viererbob Männer, Sonntag, 22. Februar.
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