Im Helm-Streit bei den Olympischen Spielen wurde der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch kurz vor Beginn des Rennens disqualifiziert. Das teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Donnerstagmorgen mit.

„Nachdem ihm eine letzte Gelegenheit eingeräumt worden war, wird der ukrainische Skeletonpilot Vladyslav Heraskevych nicht zu seinem Wettkampf starten können“, hieß es in einer Erklärung: „Die Entscheidung erfolgte nach seiner Weigerung, die IOC-Leitlinien einzuhalten. Sie wurde von der Jury des Internationalen Bob- und Skeletonverbands (IBSF) getroffen, da der Helm, den er zu tragen beabsichtigte, nicht regelkonform war.“ IBSF-Präsident Ivo Ferriani sagte kurz und knapp: „Er startet nicht, so ist das Reglement.“

Auf dem Helm sind Bilder von rund 20 Athletinnen und Athleten zu sehen, die bei russischen Anschlägen ums Leben gekommen sind. Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren gegen eine russische Invasion. Der Helm sei „eine Hommage an Athleten und einige von ihnen waren Medaillengewinner bei den Olympischen Jugendspielen. Das bedeutet, sie gehören zur olympischen Familie“, erklärte Heraskewytsch.

Im Training war er damit angetreten, im Rennen sollte er damit nicht starten dürfen. Am frühen Morgen hatte er noch auf Instagram geschrieben: „Ich wollte nie einen Skandal mit dem IOC, und ich habe ihn nicht erschaffen.“ Er bekräftigte noch einmal, nicht ohne Helm starten zu wollen und hoffe auf ein Einlenken.

Gespräch mit IOC-Präsidentin Coventry

Dazu kam es nicht. Das IOC schrieb: „Das Internationale Olympische Komitee hat mit Bedauern beschlossen, ihm die Akkreditierung für die Spiele Milano Cortina 2026 zu entziehen. Trotz mehrfacher Gespräche und persönlicher Treffen zwischen dem IOC und Herrn Heraskevych – das letzte heute Morgen mit IOC-Präsidentin Kirsty Coventry – war er zu keinerlei Form eines Kompromisses bereit.“

Ein offizielles Gesuch um eine Erlaubnis für den Kopfschutz lehnte das IOC jedoch unter Verweis auf die Regeln für politische Botschaften ab. Diese seien mit der Athletengemeinde abgestimmt. Es müsse allen Sportlerinnen und Sportlern möglich sein, sich in einem sicheren Umfeld auf ihre Leistung zu konzentrieren, unbeeinflusst von den zahlreichen Konflikten auf der Welt. Heraskewytsch sei es erlaubt, in Interviews rund um den Wettkampf seine Meinung frei zu äußern, hieß es weiter.

Der Ukrainer gehörte im Kampf um die Medaillen nicht zum Kreis der Topfavoriten. Er hatte gesagt, eine Medaille sei „wertlos im Vergleich zu Menschenleben und der Erinnerung an diese Athleten“. Zuspruch hatte er von anderen Mitgliedern der ukrainischen Olympia-Delegation und auch vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erhalten.

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