Das Biathlon-Einzelrennen der Frauen bei den Olympischen Spielen schrieb am Mittwoch eine besondere Geschichte. Die Bulgarin Lora Hristova gewann über die 15 Kilometer in Antholz sensationell die Bronzemedaille.

Lora wer? Das werden sich wohl einige Zuschauer nach dem Rennen gefragt haben. Doch nicht nur Betrachter, auch einige Athleten haben sich nach dem Bronze-Coup der 22-Jährigen diese Frage gestellt. Unter anderem Deutschlands Biathlon-Star Franziska Preuß, die selbst lange eine Medaille in Reichweite hatte, diese aber mit zwei Fehlern im letzten Schießen vergab.

Die 31-Jährige gab nach dem Rennen offen zu: „Ich habe gerade in der Umkleide herumgefragt: ‚Wer ist eigentlich diese Bulgarin?‘ Und dann hat sie gesagt: ‚Das bin ich.‘ Das ist unangenehm, aber ich habe natürlich gleich gratuliert.“

Mit einer Olympia-Medaille von Hristova hat tatsächlich niemand gerechnet. Die Bulgarin ist 73. im Gesamtweltcup. In der bisherigen Saison ist sie noch kein einziges Mal unter den besten 20 gelandet. Ihr bis dahin bestes Ergebnis war ein 13. Platz bei der WM 2025 in Lenzerheide – was immerhin andeutet, dass ihr Großereignisse liegen.

„Ich habe gehört, wie sie miteinander gesprochen haben ...“

Hristova nahm ihre Unbekanntheit gelassen. Auf der Pressekonferenz nach dem Rennen sagte sie: „Ich habe gehört, wie sie miteinander gesprochen und sich gefragt haben, wer das bulgarische Mädchen ist. Mein erster Gedanke war: ‚Oh, okay, das bin ich. Das ist leicht zu beantworten.‘“ Preuß’ Frage bedeutete auch etwas Gutes, meinte sie. Hristova, die als Außenseiterin früh ins Rennen gestartet war, sagte: „Als sie fragten, wusste ich in diesem Moment, dass es eine Medaille geworden ist, denn ich hatte mir die Ergebnisse nicht angesehen.“

Hristova versenkte alle 20 Schüsse und reihte sich dadurch hinter den beiden Französinnen Julia Simon (ein Schießfehler) sowie Lou Jeanmonnot (zwei Schießfehler) auf dem Treppchen ein.

Einen Anteil am Olympia-Coup hat auch der deutsche Biathlon-Trainer Wolfgang Pichler. Er ist seit etwas mehr als einem Jahr Berater der kleinen bulgarischen Nationalmannschaft – einem Projekt, das größtenteils vom Internationalen Biathlonverband finanziert wird. Hristova sagt über Pichler: „Von Anfang an habe ich Vertrauen von ihm gespürt. Er hat uns allen Mut gemacht, dass wir bei diesen Olympischen Spielen gute Ergebnisse erzielen können.“

Ihre nächste Chance bekommt sie am Samstag um 14.45 Uhr beim Sprint der Frauen.

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