Nachdem HSV-Profi Ransford-Yeboah Königsdörffer endlich mal wieder ein Tor gefeiert hatte, lief sein Kollege Miro Muheim sofort als erster Gratulant zu ihm. „Ich mag es ihm extrem gönnen. Ich sehe nur, wie er jeden Tag arbeitet im Training und was er auch für eine Qualität hat“, erklärte Mittelfeldspieler Muheim nach dem 2:0 (1:0) im Kellerduell am Samstag beim Tabellenschlusslicht 1. FC Heidenheim. „Ich bin mir sicher, dass es in den nächsten Spielen ein paar weitere Tore von ihm geben wird.“
Königsdörffer antwortete seinen Kritikern mit seinem Treffer durch einen satten Schuss ins lange rechte Eck zum 1:0 - und leitete den wichtigen HSV-Sieg im Abstiegskampf der Bundesliga ein. Der 24-Jährige erlebte zuletzt keine einfache Zeit in Hamburg, war angesichts von ausbleibenden Toren mächtig Gegenwind ausgesetzt. Der flinke Offensivspieler erzielte erst seinen zweiten Saisontreffer. Den ersten hatte er Mitte November gegen Borussia Dortmund (1:1) bejubelt.
Polzin hielt trotz Kritik an Königsdörffer fest
Trotz vieler eher schwacher Auftritte davor und danach hielt sein Trainer Merlin Polzin an ihm fest. Von Fans und in sozialen Netzwerken wurde der 24-Jährige jedoch immer wieder heftig kritisiert – teilweise unter der Gürtellinie. Während der gebürtige Berliner in Heidenheim schwieg, sprachen seine Kollegen – und freuten sich für ihn: „So viel, wie er abbekommen hat, hätte es mich nicht gewundert, wenn er manchmal durchgehangen hätte. Das war aber überhaupt nicht der Fall“, sagte Mittelfeldspieler Nicolai Remberg. Davor ziehe er seinen Hut.
Königsdörffer sei „ein richtig guter Junge als Typ, der der Mannschaft sehr viel gibt, in dem er viel arbeitet, indem er viele Räume aufzieht, indem er es immer wieder schafft, seine Mitspieler einzusetzen“, lobte Polzin. „Das ist eine Qualität, die wir für unser Spiel brauchen.“
Dabei wäre Königsdörffer, der in der vergangenen Saison mit 14 Toren maßgeblich an der Bundesliga-Rückkehr des HSV beteiligt gewesen war, im Sommer fast schon weg gewesen. Doch ein Transfer zum französischen Club OGC Nizza scheiterte am Medizincheck.
Vier neue Angreifer, zwei „alte“ treffen
Nun sorgte ausgerechnet der schnelle Angreifer für Schlagzeilen. Und das, obwohl der HSV in diesem Winter in Damion Downs, Philip Otele, Rückkehrer Otto Stange und Albert Grönbaek doch gleich vier Kräfte für die die zuletzt oft erfolglose und personell dezimierte Offensive geholt hatte. Von den Neuen stand nur der vom FC Basel ausgeliehene Otele in der Startelf - und bereitete das Tor seines Kollegen vor.
Später wechselte Coach Polzin noch den bisher eher enttäuschenden Downs ein, doch das 2:0 erzielte der zur Schlussphase eingewechselte Rayan Philippe (78.) nach schöner Vorarbeit von Fabio Vieira. So feierten die Hanseaten den lange angestrebten ersten Auswärtssieg der Saison.
Statt tiefer in den Tabellenkeller gezogen zu werden, können die Hamburger mit nun 22 Zählern erst mal ein wenig durchatmen. Zudem steht noch das Nachholspiel zu Hause gegen Bayer Leverkusen (4. März) aus.
Mit dem Erfolg in Heidenheim erfüllte das Team auch eine Forderung von Polzin, die er unter der Woche noch mal betont hatte: Nach dem umjubelten 2:2 gegen Rekordmeister Bayern München wollte der 35-Jährige nicht noch einmal einen Spannungsabfall erleben, wie es ihn nach den „Highlight“-Spielen gegen Dortmund, den VfB Stuttgart (2:1) oder im Nordklassiker gegen Werder Bremen (3:2) gegeben hatte. Damals verlor der HSV jeweils die folgenden Spiele. In Heidenheim nicht - auch dank Königsdörffer.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke