Die verdiente Silbermedaille erreichte Justus Fischer mit Verspätung. Wie schon im Endspiel fehlte der 22-jährige Kreisläufer von Hannover-Burgdorf auch bei der Siegerehrung. Der Kreisläufer, der beim 31:28-Sieg im Halbfinale gegen Kroatien eine überragende Leistung gezeigt hatte, konnte das Spiel gegen Gastgeber Dänemark wegen eines Infekts nur im Hotel verfolgen.

„Das war ein sehr gutes Spiel von unseren Jungs. Das Ergebnis war mit Sicherheit zu hoch“, sagte Alfred Gislason nach dem 27:34 (16:18): „Was uns extrem geschwächt hat, waren der Ausfall von Fischer und die Rote Karte am Anfang des Spiels von Tom Kiesler. Danach hatten wir nicht mehr so viele Varianten. Aber super Leistung der Mannschaft. Ohne Frage.“

Der Bundestrainer hob die Bedeutung Fischers verbal hervor, sein Torwart David Späth hatte diese bereits bei der Siegerehrung optisch dokumentiert. Späth, der wie auch Fischer in Zukunft zur zentralen Säule der DHB-Auswahl werden dürfte, hatte sich für die Zeremonie etwas Besonderes überlegt.

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Späth hatte sich das Trikot mit der Nummer 54, Fischers Jersey, mit der Rückseite nach vorn übergezogen. „David und Fischi, das sind beste Kumpels. Schön, dass er ihn noch ein kleines bisschen mitnimmt hier auf diese Siegerehrung“, erklärte TV-Experte Sören Christophersen im ZDF.

Überhaupt war der Kater wegen des verlorenen Finales schnell Zuversicht gewichen. „Heute sind wir enttäuscht, aber spätestens morgen wird der Hunger noch größer sein, die Dänen beim nächsten Mal noch mehr zu ärgern“, sagte Nationalmannschafts-Manager Benjamin Chatton: „Ich glaube, wir haben ein hervorragendes Turnier gespielt. Die Jungs können stolz sein, auch wenn wir jetzt enttäuscht sind. Aber wir hatten das Gefühl, dass wir dichter dran waren als bisher.“

Die Lesart im deutschen Lager: 40 Minuten waren es beim ersten Aufeinandertreffen in der Hauptrunde, 45 Minuten nun im Finale gegen die beste Mannschaft der Welt.

Fünf Minuten hätten es noch mehr sein sollen, wie Andreas Wolff verriet. Allein dem Torwart war es zu verdanken, dass die immer häufiger auftretenden Fehler in der zweiten Halbzeit nicht schon früher im Ergebnis Niederschlag fanden. „Wir haben es fast geschafft, unseren Matchplan abzuhaken, wollten bis zur 50. Minute mit zwei Toren dranbleiben. Aber ich denke, dass wir ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Das Team hat sehr viel Potenzial, und ich denke, dass wir noch öfter Finals gegen Dänemark spielen werden.“

So erwartet es auch der Trainer des neuen Europameisters, der mit der Mannschaft nach Olympiasieg und WM-Triumph nun alle drei großen Titel hält. „Es war bis zur 55. Minute ein ausgeglichenes Spiel“, lobte Nikolaj Jacobsen den deutschen Gegner: „Das ist eine sehr, sehr gute, talentierte Mannschaft, die jetzt noch mehr Erfahrung hat. Man muss Deutschland nennen, wenn man in den nächsten Jahren über Favoriten für Halbfinale und Finale spricht.“

Bundestrainer Gislason erwartet Ähnliches: „Die Mannschaft ist mehrere Schritte näher gekommen. Die Jungs haben sich mit diesem Turnier in der Spitzenklasse etabliert.“

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