Der FC Bayern hat seinen zweiten Dämpfer innerhalb einer Woche in der Fußball-Bundesliga kassiert. Sieben Tage nach der ersten Saison-Niederlage gegen den FC Augsburg (1:2) kamen die Münchner im einstigen Nord-Süd-Gipfel beim Hamburger SV nur zu einem 2:2 (1:1).

Das 22. Saisontor von Harry Kane (42.) und der zehnte Treffer von Luis Diaz (46.) reichten nicht, um den couragierten Bundesliga-Rückkehrer HSV zu bezwingen. Fabio Vieira per Foulelfmeter (34.) und der überragende Abwehrchef Luka Vuskovic (53.) sorgten mit ihren Toren für ein hochverdientes Remis.

Trotz des Unentschiedens sind die Münchner weiter ungefährdet an der Tabellenspitze. Die Hamburger warten nun seit sechs Spielen auf einen Sieg und sind weiter akut abstiegsgefährdet. Das Spiel gegen die Bayern war dennoch ein Zeichen für die Konkurrenz im Kampf um den Klassenverbleib. Immerhin blieb der Aufsteiger zum sechsten Mal nacheinander zu Hause ohne Niederlage. Auf den nächsten Sieg gegen die Bayern nach mehr als 16 Jahren müssen die Hamburger noch warten.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte Torschütze Vuskovic bei Sky. „Ich genieße jede Sekunde für den HSV. Wenn wir ein bisschen mehr Glück gehabt hätten und das dritte Tor gemacht hätten, wäre es noch magischer geworden. Aber wir haben einen Punkt gegen eine der besten Mannschaften Europas geholt.“

Max Eberl sprach von „großen Widerständen“ für die Bayern: „Ein Stadion, was hinter dieser Mannschaft steht. Ein Schiedsrichter, der etwas überfordert war aus meiner Sicht, der viele Situationen nicht gut eingeschätzt hat. Das ist meine Meinung, keine Entschuldigung. Wir hätten mehr Tore schießen und besser verteidigen können“, sagte Bayerns Sportvorstand.

Auch Trainer Vincent Kompany ärgerte sich über die Leistung von Harm Osmers: „Ich will nicht über die Schiedsrichter hadern, ich habe das in 18 Monaten Amtszeit nicht gemacht. Aber 16 Minuten Nachspielzeit (die es in beiden Halbzeiten addiert gab, d. Red.) heißen, dass nicht nur die 22 Spieler auf dem Feld das Spiel beeinflusst haben. Dann gibt es noch andere Leute. Harry Kane hat Gelb bekommen – für was?“ Spielentscheidend war Osmers‘ Leistung keineswegs.

Vuskovic hat die erste große Chance

Anders als beim 0:5 in der Hinrunde in München waren die Hamburger in der Anfangsphase mit dem haushohen Favoriten mindestens auf Augenhöhe. So hatte HSV-Abwehrchef Luka Vuskovic (6.) die erste große Chance im Spiel, als er den Ball per Kopf nach einem Eckball am langen Pfosten vorbeisetzte. Hoffnungen auf den ersten Sieg gegen die Bayern seit dem 26. September 2009 wurden wach.

Die umgebaute Startelf der Münchner schien einige Zeit zu brauchen, um sich zu finden. Bayern-Trainer Kompany hatte an seiner alten Wirkungsstätte als Spieler seine Mannschaft im Vergleich zum 2:1 am Mittwoch in der Champions League bei der PSV Eindhoven auf sieben Positionen verändert. Unter anderem gönnte er Verteidiger Jonathan Tah in dessen Geburtsstadt zunächst eine Pause und brachte ihn später.

Nach knapp einer Viertelstunde wurden die Bayern zwischenzeitlich zwingender. Michael Olise (14.) und Jung-Star Lennart Karl (15.) scheiterten jeweils an HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes. Doch die Hamburger stemmten sich gegen die wachsende Überlegenheit der Gäste und blieben gefährlich. Bayern-Keeper Manuel Neuer musste gegen HSV-Kapitän Nicolas Capaldo (25.) mit seinem ganzen Können eingreifen. Vier Minuten später hatten die Münchner Pech bei einem Lattenschuss von Joshua Kimmich.

HSV-Führung nicht unverdient

Dennoch war die Führung der Gastgeber durch den verwandelten Foulelfmeter von Fabio Vieira zu dem Zeitpunkt nicht unverdient. Die Münchner ließen sich durch den Rückstand nicht aus der Ruhe bringen und glichen durch Kane (42.) noch vor der Pause aus.

Nach nicht einmal einer Minute nach Wiederanpfiff stellten die Bayern die Weichen auf Sieg – dachten viele im mit 57.000 Zuschauer ausverkauften Volksparkstadion. Der gerade eingewechselte Luis Diaz traf aus kurzer Entfernung.

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Doch der HSV ließ sich nicht unterkriegen. Die Defensive stand sicher. Und trotz des Ausfalls zahlreicher Offensiv-Spieler suchten die Gastgeber ihr Heil im Angriff. Der verdiente Lohn war der Ausgleich durch Vuskovic (53.). Vieira hatte drei Minuten zuvor schon die Chance nach einem Fehlpass von Bayerns Diaz. Sein Schuss ging knapp am Tor vorbei.

Den Gästen aus dem Süden fiel nicht viel ein. Sie hatten sogar Glück, dass der Schuss von Vieira (75.) noch von Münchens Alphonso Davies für den schon geschlagenen Neuer vor der Torlinie noch geblockt wurde. In der Schlussphase drängten die Bayern auf den Sieg – ohne Erfolg. In der Nachspielzeit forderten die Bayern noch zweimal Elfmeter, Osmers pfiff aber weder ein Handspiel von Daniel Elfadli – sein Arm war angelehnt – noch einen kleinen Schubser an Josip Stanisic. Offenbar auch der Grund für Bayerns Ärger, der sich nach Abpfiff vor die Schiedsrichter-Kabine verlagerte. Dort diskutierten einige Spieler und Verantwortliche mit Osmers. Die beiden Entscheidungen waren aber vertretbar.

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