Das Spiel war längst vorbei, aber der Frust noch etwas da. Und das trotz des Sieges. Denn die Augsburger fühlten sich in der Partie gegen den FC St. Pauli (2:1) ungerecht behandelt. In der 30. Minute hatte Marius Wolf, der Flügelspieler des FCA, am Samstag daheim klar den Ball im Duell mit Manolis Saliakis gespielt – und erst danach den Gegenspieler getroffen. Der Hamburger fiel zu Boden, Schiedsrichter Sascha Stegemann pfiff und entschied auf Elfmeter.

Nicht nur das ärgerte die Augsburger, sondern auch der Fakt, dass sich der VAR nicht einschaltete – und Stegemann sich die Bilder nicht noch einmal anschaute. Manuel Baum, der Coach, der Augsburger protestierte so heftig, dass ihm der Referee noch vor der Ausführung des Elfmeters, den Danel Sinani zur Führung der Gäste verwandelte, die Gelbe Karte zeigte.

„Für mich ist das kein Elfmeter. Marius geht runter, das ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Aber er spielt den Ball, deshalb verstehe ich auch, dass Marius und die Augsburger sich beschwert haben“, sagte Sebastian Kneißl, der frühere Fußballprofi, in seiner Funktion als DAZN-Experte zur Pause.

„Für mich klar kein Elfmeter“, sagt Augsburgs Sportdirektor

Michael Gregoritsch sorgte mit einem Doppelpack zwar für den Sieg der Augsburger, dennoch war der Elfmeter-Ärger nach dem Abpfiff nicht verflogen. „Ich spiele den Ball zwei Sekunden vorher, er geht dann in mich rein. Natürlich sieht es dann blöd aus“, sagte Marius Wolf bei Sky und fragte: „Wo soll ich meinen Fuß hinmachen? Ich spiele ihn mit der Picke weg, ziehe meinen Fuß sogar nach hinten. Das habe ich ihm (dem Schiedsrichter, d. Red.) gesagt, die lassen nicht mit sich reden. Wir dürfen ja auch eigentlich nicht mehr reden, was eine Frechheit ist.“

Man würde sehen, entgegnete Augsburgs Sportdirektor Benjamin Weber bei Sky, „dass Marius den Ball spielt. Dann wurde gesagt, dass es noch einmal eine Bewegung nach oben gibt von Marius. Die gibt es aber nur, weil Saliakas den Fuß von ihm mit nach oben nimmt. Für mich klar kein Elfmeter. Ich kann nicht sagen, warum Köln sich nicht eingemischt hat. Aber wir waren uns eigentlich einig, auch in der Halbzeit mit dem Schiri-Gespann, dass man vielleicht was hätte sagen können.“

Nicht nur in Augsburg hatte sich Frust angestaut – auch in Leipzig. Denn da gab es ebenfalls in Halbzeit eins eine strittige Elfmeter-Entscheidung. Kurz vor der Pause wollte Leipzigs Nationalspieler David Raum den Ball gegen Phillip Tietz vom 1. FSV Mainz 05 klären. Raum tat das auch, weil Tietz das Bein zu weit herausstellte, wurde er von Raum getroffen und ging zu Boden. Schiedsrichter Daniel Schlager entschied auf Elfmeter – und schaute sich die Szene ebenfalls nicht noch einmal an.

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Auf diese Szene angesprochen sagte DAZN-Experte Kneißl zur Pause im Gespräch mit Moderatorin Laura Wontorra: „Natürlich verstehe ich die Bewegung, dass er (Tietz – d. R.) den langen Schritt macht. Aber die Intention ist, getroffen zu werden, um herunterzugehen.“

Bitter für David Raum, der schon im Nachholspiel bei St. Pauli unter der Woche einen Elfmeter verursacht hatte. Innerhalb weniger Tage passierte dies dem Nationalspieler damit genauso oft wie in seinen vorherigen 131 Bundesliga-Partien zusammen.

Der gefoulte Tietz sagte im Anschluss an das Spiel, das die Mainzer 2:1 gewannen, bei DAZN: „Ich glaube, in der Situation stelle ich mich schon clever an. Ich weiß, dass ich meinen Körper reinstelle, auf eine Berührung warte und auch darauf hoffe. Das nimmt man dankend an.“ Tietz merkte noch an, dass er sich nicht hätte beschweren können, wenn es keinen Elfmeterpfiff gegeben hätte. Klare Worte, aber die nutzten den Leipzigern im Nachgang nichts. „Ich habe keine Lust mehr zu diskutieren“, sagte David Raum bei DAZN: „Er (der Schiedsrichter – d. Red.) schaut es sich nicht mal an. Wenn es im Mittelfeld passiert, kann es sein, dass ich einen Freistoß bekomme.“

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