Die Kasachin Jelena Rybakina hat zum ersten Mal die Australian Open gewonnen und der Weltranglisten-Ersten Aryna Sabalenka eine weitere Finalniederlage zugefügt. Rybakina setzte sich in Melbourne in einem spannenden Endspiel 6:4, 4:6, 6:4 durch und feierte ihren zweiten Grand-Slam-Titel. 2022 hatte die Kasachin bereits in Wimbledon triumphiert.
Gegen Sabalenka, die nach zwei Titeln in Melbourne im vergangenen Jahr bereits das Finale gegen die Amerikanerin Madison Keys verloren hatte, verwandelte Rybakina nach 2:18 Stunden ihren ersten Matchball. Sie nahm damit zugleich Revanche für die Finalniederlage 2023.
Sabalenka und Rybakina hatten das Turnier bis zum Finale dominiert. Beide Spielerinnen hatten auf dem Weg ins Endspiel keinen Satz abgegeben und betraten dementsprechend voller Selbstvertrauen die Rod Laver Arena, bei der das Dach wegen Regens geschlossen blieb. „Mein Job ist noch nicht erledigt“, hatte Sabalenka vor der Partie gesagt.
Doch im Finale suchte die Favoriten lange ihren Rhythmus. Rybakina nahm der Nummer eins der Welt sofort den Aufschlag ab und spielte den ersten Satz in einer beeindruckenden Ruhe zu Ende. Nur beim Stand von 4:3 hatte die Kasachin zwei Breakbälle gegen sich, wehrte aber auch diese nervenstark ab. Nach 37 Minuten holte sich die Rybakina den ersten Satz.
Schon das letzte Duell zwischen beiden hatte Rybakina gewonnen. Bei den WTA Finals in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewann die Kasachin Anfang November im Endspiel und sicherte sich das Rekordpreisgeld in Höhe von rund 4,42 Millionen Euro.
Jelena Rybakina dominiert den ersten Satz
Zweieinhalb Monate später dominierte Rybakina weiter das Geschehen. Auf der Tribüne schaute auch Angelique Kerber überrascht, die vor zehn Jahren in Melbourne ihren ersten von insgesamt drei Grand-Slam-Titeln gewonnen hatte. Vor dem Finale hatten die meisten Experten Sabalenka vorn gesehen, doch die Weltranglisten-Erste wirkte in ihrem vierten Australian-Open-Finale verkrampft.
Sabalenka unterliefen ungewohnt viele Fehler, die 27-Jährige fing zunehmend an zu hadern. Vor allem bei ihrem zweiten Aufschlag hatte sie große Probleme, Rybakina kam hier zu vielen leichten Punkten.
Doch aus dem Nichts fand Sabalenka in die Partie zurück. Beim Stand von 4:5 aus ihrer Sicht zeigte Rybakina auf einmal Nerven und gab ihr Aufschlagspiel zu null ab. Auf einmal stand es 1:1-Sätze – und Sabalenka war wieder im Spiel.
Aryna Sabalenka gibt Führung noch aus der Hand
Sabalenka hatte das Momentum nun auf ihrer Seite. Die viermalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin zog im Entscheidungssatz schnell auf 3:0 davon, doch dann kämpfte sich Rybakina noch einmal zurück. Die 26-Jährige machte fünf Spiele in Serie und schlug beim Stand von 5:4 zum Matchgewinn auf. Mit einem Ass machte sie den Triumph perfekt.
Bei den Männern kämpfen an diesem Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) der Weltranglisten-Erste Carlos Alcaraz aus Spanien und Rekord-Grand-Slam-Champion Novak Djokovic aus Serbien um den Titel. Alcaraz hatte im Halbfinale in einem Tennis-Drama über 5:27 Stunden Alexander Zverev besiegt. Damit muss Zverev weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten. Djokovic hatte Titelverteidiger Jannik Sinner aus Italien ebenfalls in fünf Sätzen bezwungen.
Die deutschen Frauen hatten bei den Australian Open keine Rolle gespielt. Nur Laura Siegemund hatte es in die zweite Runde geschafft. Eva Lys, Tatjana Maria und Ella Seidel waren allesamt bereits zum Auftakt ausgeschieden. Allerdings hatte Lys mit einer Knieverletzung zu kämpfen, wegen der sie erst einmal ein paar Wochen pausieren muss.
Vor zehn Jahren hatte Angelique Kerber in Melbourne Sportgeschichte geschrieben. 6:4, 3:6, 6:4 - mit diesen Zahlen besiegte sie 2016 im Finale der Australian Open die klar favorisierte Serena Williams aus den USA. Als Erste seit der legendären Steffi Graf 17 Jahre zuvor holte damit eine deutsche Tennisspielerin wieder einen Grand-Slam-Titel – und löste so einen neuen Tennisboom in Deutschland aus.
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