Knapp eine Woche nach den schweren Ausschreitungen beim Dresden-Spiel hat der 1. FC Magdeburg erneut ein wichtiges Heimspiel verloren. Hannover 96 meldete sich durch einen 2:1 (1:0)-Sieg in der Avnet Arena im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga zurück.
Der Japaner Daisuke Yokota brachte den Tabellenfünften in der 38. Minute in Führung. Nur drei Minuten nach dem Ausgleich durch Baris Atik (53.) traf Enzo Leopold zum 2:1 (56.). Für Hannovers Trainer Christian Titz war es eine erfolgreiche Rückkehr an seinen langjährigen Arbeitsplatz. Der 54-Jährige trainierte den FCM bis zum vergangenen Sommer viereinhalb Jahre lang.
Vor 25.790 Zuschauern in Magdeburg war es das erste Spiel nach den Krawallen beim Ost-Derby gegen Dynamo Dresden (1:2). Mehr als 70 Polizisten waren am vergangenen Samstag verletzt worden. Auch diesmal musste die Partie schon in der 3. Minute für knapp neun Minuten unterbrochen werden, weil Hannover-Fans Pyrotechnik zündeten und das Spielfeld vernebelten. Ansonsten blieb es vor und während des Spiels aber ruhig. Bis auf die Pyro-Vorfälle sei alles „störungsfrei“ geblieben, bilanzierte die Polizei eine Stunde nach dem Spiel.
Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem „massiven Kräfteeinsatz“ vor Ort. Magdeburger Sponsoren räumten mehrere Werbebanden frei, damit der Verein einen Aufruf direkt am Spielfeld platzieren konnte: „Für einen friedlichen Fußball. Gewalt hat beim FCM keinen Platz.“
Sportlich fiel in der ersten Halbzeit vor allem Yokota auf. Der 25-Jährige vergab die erste Großchance des Spiels (21.), schoss das erste Tor und traf danach noch einmal die Latte (45.+2). Nach der Pause verpasste Benjamin Källmann (48.) das 2:0, ehe ein Ballverlust von Noel Aseko Nkili zum Magdeburger Ausgleich führte. Die 96er gingen jedoch sofort wieder in Führung, weil sie an diesem Abend die deutlich gefährlichere von zwei angriffslustigen Mannschaften waren. Für Magdeburg traf Marcus Mathisen (76.) nur die Latte.
Nürnberg betreibt Chancenwucher
Ein in der Offensive erneut nicht konsequenter 1. FC Nürnberg hat den Sieg gegen Preußen Münster verschenkt. Die Mannschaft von Trainer Miroslav Klose zeigte sich beim 1:1 (0:0) wie schon in den vergangenen Wochen vor allem in der ersten Hälfte vor dem gegnerischen Tor zu schlampig. Die Münsteraner entführten in ihrem 400. Zweitligaspiel einen schmeichelhaften Punkt aus dem Frankenland. Es war ihr erster Zähler in diesem Fußballjahr.
Der lange fahrlässige Stürmer Mohamed Ali Zoma brachte die Nürnberger in der 56. Minute mit seinem fünften Saisontor in Führung. Wie aus dem Nichts vollendete Jorrit Hendrix (63.) vor 26.170 Zuschauern einen Konter zum schmeichelhaften Ausgleich. Er verpasste es dann, mit einem Linksschuss technisch sehenswert zu erhöhen (75.).
Die Nürnberger waren von Beginn an heiß und hatten Chance um Chance. Doch weder Zoma schon nach 60 Sekunden noch Rafael Lubach (2.) mit einem Pfostenschuss, wieder Zoma (6.) oder Julian Justvan (16.) konnten die fahrige Preußen-Abwehr knacken.
Die Nürnberger waren giftig, sie gingen mit ihren Torgelegenheiten aber schludrig um. Den Münsteranern unterliefen in der Defensive immer wieder haarsträubende Fehler. Das überraschende 1:1 gab den Gästen aber sichtlich Auftrieb. Imad Rondic (72.) und Marco Meyerhöfer (82.) ließen die Club-Fans um das Remis zittern.
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