Etwas mehr als neun Minuten waren noch zu spielen. Das entscheidende Hauptrundenspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Frankreich stand auf der Kippe. Der Vorsprung war auf zwei Tore geschmolzen, es lief die entscheidende Phase.

„Da war diese Schwächephase, die wir immer mal wieder haben. Aber wir haben sie diesmal kurz gehalten“, sagte Renars Uscins. Dass die Trendwende gelang und die DHB-Auswahl eine Viertelstunde später ausgelassen jubelnd über das Parkett hüpfte, fand ihre Ursache auch in diesem einen Angriff der Deutschen. Kapitän Johannes Golla, Renars Uscins und Nils Lichtlein hatten den Ball nach vorn gebracht, als Lichtlein sich zu einem riskanten Abspiel entschied.

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Der Ball wäre nicht beim Mitspieler angekommen. Dass es beim Konjunktiv blieb, lag am Bundestrainer, der blitzschnell antizipierte und gedankenschnell zur Auszeit buzzerte. Seine Aktion sicherte in dieser wichtigen Phase den Ballbesitz.

Alfred Gislason und der Buzzer

Doch nicht nur deshalb grinsten sie auf der deutschen Bank um die Wette. Mit der Aktion hatte der Bundestrainer auch seinen Fauxpas aus dem Spiel gegen Serbien wettgemacht. Dass seine Mannschaft das Spiel in der Vorrunde noch mit 27:30 (17:13) verlor, hatte auch am Isländer gelegen.

„Das geht auf meine Kappe“, hatte Gislason gesagt, nachdem er mit einer Auszeit zum ungünstigsten Zeitpunkt drei Minuten vor Spielende einen eigenen Treffer verhindert hatte. Der Ball lag nach einem Wurf von Juri Knorr zum Ausgleich im Tor, aber der Bundestrainer hatte vorher einen Moment zu früh auf den Buzzer gedrückt.

Nun also die Wiedergutmachung. Gegen Serbien ein eigenes Tor verhindert, gegen Frankreich den Ball gesichert. Alfred Gislason, ein Bundestrainer für die großen Spiele. Auch wenn er selbst seinen Extra-Beitrag nach dem Spiel gar nicht erwähnte, aber auf Nachfrage Stellung nahm: „Ich habe dieses Risiko bestimmt schon zehnmal in meiner Karriere gemacht. Neunmal lag ich richtig – und einmal lag ich falsch. Und dann muss man die Verantwortung auch übernehmen. Man muss als Trainer Entscheidungen treffen. Und dazu stehe ich.“

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