Neue Details im Fall Stefan Kuntz (63). „Bild“ hatte am 11. Januar den wahren Grund für sein Aus als Sportvorstand beim HSV enthüllt: Mitarbeiterinnen des Klubs werfen ihm sexuelle Belästigung vor. Noch am gleichen Tag meldete sich Kuntz bei Instagram und wies die Vorwürfe als „falsch“ zurück.

Einen Tag danach hatte der Aufsichtsrat des HSV mitgeteilt, der Abschied von Kuntz stehe im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen des berichteten Fehlverhaltens. Nach Prüfung durch eine externe Anwaltskanzlei sei man zur Einschätzung gelangt, dass die Anschuldigungen „glaubhaft“ seien, weshalb eine „schnellstmögliche Trennung“ angestrebt worden sei.

In der „Süddeutschen Zeitung“ gibt es nun neue Enthüllungen zum Fall Kuntz. Und: Der Europameister von 1996 bricht außerhalb der sozialen Medien sein Schweigen.

Laut „SZ“ gab es eine Geheim-Klausel im Aufhebungsvertrag, den der HSV und Kuntz am 30. Dezember 2025 unterschrieben hatten. Darin einigte man sich auf die unauffällige Sprachregelung – „private familiäre Gründe“ – als Begründung für die Trennung. Die „SZ“ schreibt: „Jedes Mal, wenn eine der Parteien von dieser Darstellung abweicht, muss sie der anderen Partei 100 000 Euro Vertragsstrafe zahlen.“ „Bild“ kann die Geheim-Klausel nach eigenen Informationen bestätigen.

Frauen müssen Aussagen in Datenraum gegenlesen

Laut dem Bericht durften die Frauen, die Kuntz Fehlverhalten vorgeworfen hatten, ihre Aussagen nur in einem geschützten Datenraum gegenlesen, damit keine Dokumente kursieren. Kuntz wurde „ausdrücklich verpflichtet, keinerlei Gerüchte zu lancieren, er könnte ,Opfer einer Intrige innerhalb des HSV‘ geworden sein.“

Am 30. Juni 2026 wäre der Vertrag von Kuntz ursprünglich ausgelaufen. Bei HSV-Klassenerhalt hätte er sich per Klausel um ein weiteres Jahr verlängert. Wie die „SZ“ weiter berichtet, zahlte der HSV Kuntz eine Abfindung in Höhe von drei Monatsgehältern sowie 50 Prozent für die weiteren drei Monate bis Vertragsende. Nach „Bild“-Informationen ist die Klausel in Teilen anders formuliert.

Am Abend, als die Trennung öffentlich wurde, so sagt es Kuntz in dem Bericht, habe er „dann erstmal eine Familien-Telko (Telefonkonferenz, d. Red.) einberufen“. Er müsse etwas erzählen, so Kuntz. Neben seiner Ehefrau sollen Sohn und Tochter, beide erwachsen, dabei gewesen sein.

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Widersprüchlich sind die Aussagen, die danach erfolgten. Kuntz’ Anwalt Christian Schertz sagt, dass sein Mandat bis heute nicht wisse, „was ihm von welcher Person und in welcher Situation überhaupt konkret vorgeworfen wird“. Kuntz zur „SZ“: „Die Vertragsauflösung von mir war eine beschlossene Sache.“ Er hatte den Eindruck, dass niemand wissen wolle, wie er die Vorwürfe sehe.

„Bild“ hat einen anderen Stand: Demnach hat Kuntz mehrere Termine mit dem Aufsichtsrat zur Erklärung verschoben, bevor sein Anwalt den Termin komplett abgesagt haben soll.

Noch ein neues Detail: Wie die „SZ“ berichtet, sollen insgesamt fünf Frauen Vorwürfe gegen Kuntz erhoben haben. Es geht laut des Berichts um verbale Belästigungen, unangemessene Berührungen und Anzüglichkeiten.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in „Bild“ veröffentlicht.

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