Begleitet von strengen Sicherheitsmaßnahmen und einem Fan-Boykott hat der SC Freiburg das Achtelfinale der Europa League so gut wie perfekt gemacht. Der Bundesligist bezwang Israels Rekordmeister Maccabi Tel Aviv durch ein spätes Tor von Igor Matanovic (82. Minute) mit 1:0 (0:0).

Die Freiburger blieben vor 27.600 Zuschauern damit auch in der siebten Partie des Wettbewerbs ungeschlagen und feierten im vierten Heimspiel den vierten Sieg. Maccabi, das erst einen Punkt geholt hat, kann auch die Play-off-Runde im Februar nicht mehr erreichen.

Weil der FC Porto bei Viktoria Pilsen in der 90. Minute noch ausglich, kann der Sportclub rein rechnerisch noch von einem der ersten acht Plätze verdrängt werden. Zum Abschluss der Ligaphase geht es kommende Woche noch zum OSC Lille nach Frankreich.

Um mögliche antisemitische Ausschreitungen zu verhindern, waren schärfste Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden – wie schon bei Maccabis Gastspiel beim VfB Stuttgart im Dezember. Die Polizei war rund um die Partie mit mehr als 2000 Beamten im Einsatz, die Einlasskontrollen führten zu langen Schlangen. Mehrere Freiburger Ultra-Gruppierungen blieben fern, weil sie sich in ihrer fankulturellen Freiheit eingeschränkt fühlten. Auch sonst blieben viele Plätze leer, was sich durchaus auf die Stimmung im Stadion auswirkte.

Auch auf dem Rasen ging es zunächst recht ruhig zu – ehe der SC aus dem Nichts zu einer ersten Großchance kam. Einen langen Schlag von Verteidiger Max Rosenfelder bekamen die Gäste nicht geklärt, der Ball landete bei Matanovic, doch der Abschluss des Angreifers war zu harmlos (17.).

Freiburger Dreifach-Chance nach der Pause

Auch sonst war der formstarke Matanovic der auffälligste Spieler der Freiburger, die nun mehr und mehr dominierten. Wirklich gefährlich wurden sie allerdings selten. Ein Muster, das man bei den Breisgauern aus dieser Saison schon kennt. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte der SC sogar Glück, dass Torwart Noah Atubolu bei einem Kopfball von Saied Abu Farchi das 0:1 verhinderte.

Richtig turbulent wurde es im Strafraum von Maccabi zehn Minuten nach der Pause. Freiburgs Matthias Ginter scheiterte im Anschluss an eine Ecke an Torwart Roi Mishpati, Matanovic traf im Nachsetzen nur die Latte, den dritten Versuch vergab Yuito Suzuki. Kaum zu glauben, dass die Badener den Ball nicht im Tor unterbrachten. Immerhin erhöhten sie nun aber spürbar die Schlagzahl.

Flügelspieler Derry Scherhant schlenzte die Kugel erst vorbei (59.), scheiterte dann nach einer Kombination mit Matanovic aus wenigen Metern (68.) und schoss die Kugel schließlich direkt in die Arme von Torhüter Mishpati (76.). In der Schlussphase belohnten sich die Freiburger für ihren Aufwand dann doch noch: Kapitän Christian Günter flankte von der linken Seite, Matanovic traf mit einem herrlichen Kopfball zur Entscheidung.

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