Mit Starpower zum Aufstieg? Edin Dzekos spektakuläres Deutschland-Comeback soll dem FC Schalke 04 den entscheidenden Schub zur Rückkehr in die Bundesliga geben. Der mittlerweile 39-Jährige, der 2009 deutscher Meister mit dem VfL Wolfsburg und 2010 Torschützenkönig war (22 Treffer), aber eben auch im März 40 Jahre alt wird, ist der spektakulärste Schalke-Transfer seit vielen Jahren.
Zu Champions-League-Zeiten holten die Gelsenkirchener einst Real-Madrid-Legende Raúl und den niederländischen Ausnahme-Angreifer Klaas-Jan Huntelaar ins Ruhrgebiet. Nun sorgt Dzeko für einen zwar nicht ganz so großen Hype, aber dennoch für mit großen Hoffnungen verbundenen Gesprächsstoff rund um die Veltins-Arena. Er hat auf Schalke einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben und erhält die prestigeträchtige Rückennummer 10. Um den elektrisierten Fans Rechnung zu tragen, wurde das Training am Freitag zur öffentlichen Einheit gemacht.
„Edin hat uns nach der ersten Kontaktaufnahme sehr schnell und klar kommuniziert, dass er richtig Lust auf Schalke hat. Mit ihm verpflichten wir einen Angreifer, der in seiner Karriere auf dem höchsten Niveau gespielt hat“, sagte Schalkes Direktor Profifußball Youri Mulder. Neben der Erfahrung als Führungsspieler, so Mulder, „wird unsere Mannschaft von Edins Qualitäten als Zielspieler und Torjäger profitieren“.
Bei Schalke ist ein Torjäger wie Dzeko vonnöten
Schon bei der Ankunft am Flughafen in Düsseldorf hieß es für Dzeko Selfies machen und Autogramme schreiben. Kann er die großen Erwartungen erfüllen? Wie gut ist der Torjäger noch, der mal zu Europas Spitzenklasse zählte?
Bei der AC Florenz kam der Hüne zuletzt kaum noch zum Zuge. Ersatzbank statt Startelf. In der Serie A spielte Dzeko in dieser Saison elfmal, davon neunmal als Joker. Nur 236 Minuten stand er auf dem Feld, ein Tor gelang ihm dabei nicht. Seinen Marktwert taxiert das Fachportal transfermarkt.de auf 1,5 Millionen Euro – auch das ist nicht zuletzt seinem Alter geschuldet.
Bei seiner Station davor kam er im Trikot von Fenerbahce Istanbul dagegen in der Saison 2024/2025 in 53 Pflichtspielen auf 21 Tore (8 Vorlagen). Zudem ist er in der bosnischen Nationalmannschaft nach wie vor Stammspieler und Leistungsträger, will mit seinem Heimatland über die Play-offs zur WM.
Unterm Strich zeigte Dzeko vor seinem Wechsel nach Florenz im vergangenen Sommer bei allen wichtigen Stationen seiner langen Karriere seine Klasse. Ob in Wolfsburg, danach in England bei Manchester City, in Italien bei der AS Rom und Inter Mailand oder eben in der Türkei bei Fenerbahce: Wo Dzeko war, waren Tore quasi garantiert. In der 2. Liga will er nun auf niedrigerem Niveau zurück zu alter Stärke finden.
Die Idee, mit einem Topstürmer die womöglich entscheidenden Schritte zum ersehnten Aufstieg zu gehen, ist aus Schalker Sicht naheliegend. Die Defensive der Gelsenkirchener ist top. Erst zehn Gegentreffer kassierte der Revierklub. Vorne hapert es aber noch.
22 Tore nach 18 Spielen ist nicht der Wert eines Aufsteigers und deutlich weniger als der Tabellenletzte Greuther Fürth (26). Nur Hertha BSC, Fortuna Düsseldorf und Eintracht Braunschweig haben in der 2. Liga seltener getroffen. Bei den Königsblauen trugen sich in dieser Saison erst viermal die Stürmer in die Torschützenliste ein (jeweils Moussa Sylla) – bei allen anderen Teams passierte das öfter. Bester Schalker Torschütze ist Kapitän Kenan Karaman mit sechs Toren – davon vier Elfmeter. Er spielt im offensiven Mittelfeld.
Am Transfer Dzekos hat auch Trainer Miron Muslic entscheidenden Anteil. Der bosnisch-stämmige Coach, der aus einem Krisenteam einen Aufstiegsanwärter geformt hat, hat einen sehr guten Draht zu Dzeko. In Abwehrchef Nikola Katic trifft Dzeko bei seinem neuen Klub zudem auf einen weiteren Landsmann.
„Ich habe mich seit dem ersten Interesse sehr intensiv mit Schalke beschäftigt und mir einige Spiele angeschaut. Die Gespräche mit den Verantwortlichen, Miron Muslic als Trainer und unter anderem natürlich Nikola Katic waren sehr gut“, sagte Dzeko. „Es ist sehr beeindruckend, wie sich die Mannschaft nach schwierigen Jahren in dieser Saison entwickelt hat. Ich möchte jetzt alles dafür geben, damit wir als Team auch in der Rückrunde erfolgreich sind.“
Die erste Gelegenheit könnte sich ihm am Sonntag (13.30 Uhr, im Sport-Ticker der WELT) bieten. Schalke bestreitet dann das Heimspiel gegen den Tabellenfünften 1. FC Kaiserslautern.
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