Der Dopingfall Dom Taylor hat jetzt Folgen. Dem englischen Dartspieler, der nach einem positiven Test von der Darts-WM ausgeschlossen wurde, wurde vorläufig das Preisgeld für das Turnier gestrichen. Das geht aus der aktualisierten Weltrangliste der Professional Darts Corporation (PDC) hervor. Damit rutscht Taylor aus den Top 64 des Rankings auf Platz 68 ab.
Konsequenz: Taylor würde seine Karte für die Profitour verlieren, wenn die Darts Regulation Authority als Schiedsgericht nicht anders entscheidet. Ein Disziplinarverfahren ist weiter offen. Die Tourkarte hatte Taylor durch das Erreichen der zweiten Runde und der damit verbundenen 25.000 Pfund Preisgeld eigentlich gesichert.
Nur wer nach zwei Jahren auf der Profitour innerhalb der Top 64 steht, behält seine Tourkarte. Alle anderen müssen sich diese bei der Q-School neu erspielen. Prominenter deutscher Fall ist etwa in diesem Jahr Florian Hempel. Der „Kölsche Jung“ hatte sich nicht für die WM qualifiziert und war auf Platz 71 abgerutscht. Er versucht in der finalen Phase der EU-Q-School im deutschen Kalkar ab Donnerstag seinen Profistatus wiederzuerlangen.
Taylors positiver Dopingtest war vor der WM-Zweitrundenpartie gegen den walisischen Star Jonny Clayton bekannt geworden. Der 27-Jährige wurde daraufhin vom Turnier ausgeschlossen, Clayton erreichte kampflos die dritte Runde. Zuvor hatte Taylor gegen den Schweden Oskar Lukasiak mit 3:0 gewonnen.
„In Übereinstimmung mit den einschlägigen Verfahren wurde Dom Taylor mit sofortiger Wirkung von der Teilnahme an allen von der DRA regulierten Veranstaltungen suspendiert“, hieß es von der Darts Regulation Authority. Dieser Status hat weiter Bestand. Ob und wie lange Taylor möglicherweise gesperrt wird, ist noch nicht bekannt. Ein offizielles Statement der DRA steht noch aus. Auf der Anmeldeliste der Q-School taucht er nicht auf.
Taylor hatte seinen positiven Dopingtest in einem Statement in den sozialen Medien mit seiner psychischen Situation und privaten Schicksalsschlägen begründet. Unter anderem habe sein Bruder einen Herzinfarkt erlitten und ein enger Freund sei an einem Gehirntumor gestorben. „Der Todestag meiner Tochter hat mich dieses Jahr auch sehr mitgenommen, und da hatte ich wieder Probleme mit meiner psychischen Gesundheit und griff zu alternativen Substanzen, damit mein Körper und mein Kopf damit klarkommen konnten“, schrieb Taylor weiter.
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Er hatte bereits die WM 2025 wegen eines positiven Dopingtests verpasst. Auch wenn die Art des Befunds nicht öffentlich thematisiert wurde, gilt als sicher, dass es sich zumindest damals um Kokainmissbrauch gehandelt habe.
Profiteur des Dopingfalls ist der Belgier Mario Vandenbogaerde. Der 52-Jährige hatte seine Tourkarte als 65. eigentlich knapp verloren, rückt nun aber auf Platz 64 vor. Auch wenn er noch auf der Teilnehmerliste zur Q-School geführt wird, dürfte er dort nicht auftauchen. „Er steht auf Platz 64, also keine Q-School, ich bin super stolz“, freute sich Vandenbogaerdes Frau in einem Facebook-Statement.
Luca Wiecek ist Sportredakteur für WELT. Er berichtete bei dieser Darts-WM vier Tage aus dem Alexandra Palace in London.
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