Der Hamburger SV erlebt einen Jahresbeginn, der alles andere als ruhig verläuft. Kaum war die Winterpause vorbei, sorgte zunächst der überraschende Abschied von Sportvorstand Stefan Kuntz für Schlagzeilen. Der Architekt des Bundesliga-Aufstiegs bat den Verein aus familiären Gründen um eine sofortige Vertragsauflösung. Für die Fans kam das wie ein Schock – Kuntz galt als Garant für Stabilität und sportliche Weitsicht. Sein Rücktritt hinterlässt eine Lücke in der Führungsetage, die mitten im Transferfenster für zusätzliche Unsicherheit sorgt.
Parallel dazu verschärft sich die Situation um Daniel Peretz, den israelischen Nationaltorhüter, der im Sommer 2025 vom FC Bayern München ausgeliehen wurde. Ursprünglich sollte Peretz als Herausforderer von Stammkeeper Daniel Heuer Fernandes Spielpraxis sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Doch die Realität sieht anders aus: In der Bundesliga blieb er ohne Einsatz, lediglich zwei Spiele im DFB-Pokal stehen zu Buche. Für einen ambitionierten Keeper, der sich als Nummer eins sah, ist das zu wenig.
Seit Wochen wächst der Frust. Peretz äußerte öffentlich seine Enttäuschung und drängt nun auf einen Wechsel – bevorzugt zum englischen Zweitligisten FC Southampton, der bereits Interesse signalisiert hat. Laut Medienberichten ist der Medizincheck absolviert, die Details für eine Leihe bis Saisonende inklusive Kaufoption (rund acht Millionen Euro) sind weitgehend geklärt.
Streik als letztes Mittel?
Die Situation spitzte sich in den vergangenen Tagen zu: Peretz blieb dem Teamtraining fern und absolvierte stattdessen individuelle Einheiten im Kraftraum. Offiziell hieß es zunächst, er fühle sich „nicht in der Lage“ für das Mannschaftstraining – inoffiziell wird von einem Trainingsstreik gesprochen, um den Wechsel zu erzwingen. Für den HSV ist das ein heikler Moment: Der Klub will den Torwart nur ziehen lassen, wenn ein adäquater Ersatz gefunden wird. Gleichzeitig muss der FC Bayern als Eigentümer zustimmen.
Auch in München ist man unzufrieden mit der Entwicklung. Die Leihe sollte Peretz Spielpraxis bringen, doch das Projekt ist gescheitert. Bayern plant daher wohl eine Neuvergabe der Leihe – Southampton gilt als Favorit. Für den Rekordmeister ist wichtig, dass der Keeper auf hohem Niveau spielt, um seine Perspektive als möglicher Nachfolger von Manuel Neuer nicht zu verlieren.
Meffert wechselt nach Kiel
Klar ist hingegen die Lage bei Jonas Meffert, bisher Mittelfeldspieler des HSV. Er verlässt nach viereinhalb Jahren den Verein und kehrt zum Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel zurück. Das teilten beide Vereine mit. Der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler war zuvor für Vertragsgespräche freigestellt worden. An der Kieler Förde war der gebürtige Kölner bereits von 2018 bis 2021 aktiv, ehe er sich zur Saison 2021/22 dem HSV anschloss und dort mit 146 Partien so viele Pflichtspiele absolvierte wie für keinen anderen Club in seiner Laufbahn.
„Meffo war der Inbegriff von Beständigkeit, Zuverlässigkeit und Teamgeist. Gerade deshalb stand es für uns außer Frage, dass wir im Hinblick auf eine sportliche Veränderung, die ihm mehr Spielzeit in Aussicht stellt, gemeinsam zu einer Lösung kommen würden“, sagte HSV-Sportdirektor Claus Costa.
Der defensive Mittelfeldspieler stand in der Bundesliga-Hinrunde lediglich in vier Spielen 144 Minuten für den HSV auf dem Feld. „Holstein Kiel ist für mich bis heute ein besonderer Verein, mit dem ich viele schöne und emotionale Momente erleben durfte. Ich habe hier einen wichtigen Abschnitt meiner Karriere erlebt und freue mich sehr, nun zurückzukehren und wieder Teil dieses Umfelds zu sein“, sagte Meffert.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke