D er Tabellenführer ist entthront, neuer Spitzenreiter der 2. Liga ist wieder der FC Schalke 04. Vor dem Duell gegen den SC Paderborn führten die Gelsenkirchener am 10. Spieltag zum bis dahin einzigen Mal in dieser Saison das Feld an. Die Mannschaft von Trainer Miron Muslic gewann nun das Topspiel mit 2:1 (1:1) und zog an den Ostwestfalen vorbei. Der Revierklub zeigte dabei Comeback-Qualitäten.
Vor 62.077 Zuschauern in der Gelsenkirchener Arena brachte Laurin Curda die Gäste in der 38. Minute zunächst in Führung. Kenan Karaman (45.+3) und der eingewechselte Bryan Lasme (86.) drehten die Partie mit ihren Toren jedoch zugunsten der Schalker. Sie nährten die Aufstiegsträume beim in den vergangenen Jahren arg gebeutelten Traditionsverein.
Auf den Rängen blieb es wie schon am vergangenen Wochenende in den ersten zwölf Minuten aus Protest gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen der Politik in deutschen Stadien ruhig. Auf dem Platz wurde es früh hektisch. Nach einem Zweikampf von Paderborns Calvin Brackelmann mit Schalke-Stürmer Moussa Sylla entschied Schiedsrichter Tobias Reichel zunächst auf Strafstoß. Nach langem Studium der Videobilder nahm er die Entscheidung wieder zurück. Reichel sah ein Foul, aber außerhalb des Strafraums.
Es entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, lange ohne die ganz großen Torchancen. Die bis dahin beste nutzte Curda gleich zur Paderborner Führung. Der 24-Jährige überwand Schalke-Torwart Loris Karius mit einem platzierten Kopfball.
Karaman gibt die schnelle Antwort von Schalke
Der Vorsprung hielt jedoch nicht lange. Karaman brachte den Ball nach einem eigentlich ungenauen Pass stark unter Kontrolle, verarbeitete ihn technisch anspruchsvoll und traf noch vor der Pause zum Ausgleich.
Nach dem Seitenwechsel ließ Sylla die Gastgeber erneut jubeln. Der Stadionsprecher feierte ihn bereits als Torschützen. Sylla stand jedoch knapp im Abseits. Der Treffer wurde wieder aberkannt.
Die Schalker drängten nun auf den Sieg und belohnten sich. Lasme, der nach langer Verletzungspause sein Comeback feierte, traf zum euphorisch gefeierten 2:1.
Hannover 96 – Karlsruher SC 3:0 (0:0)
Der Karlsruher SC hat seine nächste Enttäuschung erlebt. Das Team verlor bei Hannover 96 verdient mit 0:3 (0:0) und bleibt nach seiner dritten Niederlage nacheinander im Tabellen-Mittelfeld stecken. Zumindest in der ersten Halbzeit konnten die Gäste vor 38.200 Zuschauern phasenweise noch mithalten.
Nach der Pause reichten Hannover 96 starke neun Minuten, um zum Sieg zu kommen. Die kurz zuvor eingewechselten Husseyn Chakroun (68.) und Benedikt Pichler (70.) trafen für die Niedersachsen jeweils nach starker Vorarbeit von Noel Aseko binnen zwei Minuten. Mustapha Bundu (77.) erhöhte wenig später. Durch den zweiten Sieg nacheinander sprang das Team von Cheftrainer Christian Titz zum Auftakt des 14. Spieltages vorerst auf den Aufstiegs-Relegationsrang.
Wie schon am vergangenen Wochenende in anderen Stadien der Bundesliga und der 2. Bundesliga schwiegen beide Fan-Lager die ersten zwölf Minuten aus Protest gegen geplante Sicherheitsmaßnahmen der Politik. Als die Anhänger ihren Stimmungsboykott beendet hatten, wurden Hannovers Spieler richtig aktiv und erarbeiteten sich ein Übergewicht.
Vor allem Bundu trieb seine Mannschaft immer wieder an und war fast an allen Offensivaktionen beteiligt. Die besten Möglichkeiten vergaben Torjäger Benjamin Källman (18./29.) und Noel Aseko (24.). Als die Gastgeber wieder passiver wurden, kam der KSC stärker auf und hatte durch den Schuss von Rafael Pinto Pedrosa (35.) seine gefährlichste Szene vor der Pause.
Nach einer Anlaufphase fand Hannover 96 in der zweiten Halbzeit als erste Mannschaft wieder ins Spiel. Die Einwechslungen von Chakroun und Pichler machten sich schnell bezahlt. Bundu belohnte sich mit seinem ersten Saisontor für eine starke Leistung. Vom KSC war danach nichts mehr zu sehen.
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