Der Spieler der Go Ahead Eagles, der sich im Europa-League-Spiel über die Nase von Stuttgarts Angelo Stiller lustig gemacht hat, hat sich uneinsichtig gezeigt. „Ich habe mich noch nicht entschuldigt und weiß nicht, ob ich das noch tun werde. Emotionen gehören zum Fußball dazu“, sagte Victor Edvardsen nach der 0:4-Niederlage seines Vereins. „Es ist leicht, sich zu entschuldigen, aber er hat auch Dinge gesagt, die ihr nicht wisst. Er könnte sich auch bei mir entschuldigen.“

Edvardsen war nach einem Foul mit Stiller aneinandergeraten und eine provokante Nasen-Geste gemacht. Eine Anspielung auf die markante Nase des deutschen Nationalspielers. Nach einer Rudelbildung sahen beide Spieler die Gelbe Karte. Teamkollege Mats Deijl hatte im Anschluss eine Entschuldigung von Edvardsen gefordert. „Ich habe das nach dem Spiel in der Umkleidekabine gesehen und ihm gesagt, dass es klug wäre, sich bei dem Jungen zu entschuldigen“, sagte der Kapitän: „Ich glaube, das hat er auch getan.“

Von den Medienschaffenden, die rund um die Partie im Einsatz waren, wurde das Verhalten des schwedischen Angreifers massiv kritisiert. RTL-Kommentator Cornelius Küpper nannte die Geste „hochgradig asozial“, Ex-Profi und TV-Experte Wesley Sneijder urteilte im niederländischen TV: „Das ist Mobbing. Das ist eine ernste Angelegenheit. Als Verein sollte man den Jungen am Ohr packen und ihn in die Stuttgarter Kabine bringen.“

Stuttgarts Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hatte die Szenen am Donnerstagabend nach Abpfiff noch heruntergespielt. Am Freitag allerdings ließ er gegenüber „Bild“ schärfere Töne anklingen. „Es bleibt festzuhalten, dass wir als Klub über das normale Maß hinaus hart angegangen worden sind. Das betrifft die Ereignisse vor dem Spiel, genauso wie die Endphase der Partie. Sportliche Fairness hatte da allenfalls eine Nebenrolle.“

„Behandelt wie Schwerverbrecher“, wütet Wehrle

Vor dem Spiel hatte es bei der Ankunft der Stuttgarter Fanbusse Ärger gegeben. Wie auf Videos zu sehen ist, setzte die Polizei unter anderem Schlagstöcke gegen Stuttgart-Fans ein. Laut VfB verhängten die niederländischen Behörden gegen einen Teil der Anhänger ein Betretungsverbot für die Stadt. Viele Fans traten daraufhin die Heimreise an.

„Die Fans nehmen sich doch frei. Die reisen an. Die wollen ein Fußballerlebnis haben. Und die werden erstmal behandelt wie Schwerverbrecher“, sagte der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle. „Ich war dabei. Ich habe mich dann auch so gefühlt und gedacht: Wo bin ich hier eigentlich?“ Fassungslos beschrieb er die Busankunft der Fans: „Beim Aussteigen haben sie erstmal einen Knüppel in den Rücken oder in den Nacken bekommen von der Polizei.“ Es sei „völliger Irrsinn, was da abläuft. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen“.

Go-Ahead-Eagles-Direktor Jan Willem van Dop nahm die Sicherheitskräfte in Schutz. So seien unter anderem Busse mit Fans zurückgeschickt worden, die kein Ticket hatten. „Einige hatten Tickets, andere nicht. Und das Verhalten im Bus war so aggressiv, dass die Polizei schließlich eingriff“, sagte er.

Kritik kam unterdessen von der Fan-Interessenvertretung Football Supporters Europa. „Die massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit für Fans und die Gewaltakte der Polizei am gestrigen Tage fügen sich leider in eine Reihe ähnlicher Vorfälle ein, die wir in den letzten Monaten in ganz Europa beobachten mussten“, teilte Football Supporters Europa auf dpa-Anfrage mit. Die niederländischen Behörden müssten „ihre Einsatzstrategien einer kritischen Prüfung unterziehen“.

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