Mit lila Sprühfarbe durchkreuzte Eurozeichen zieren die Bandenwerbung, „Geldgeier“ steht auf einer Wand hinter Sitzschalen geschrieben. Drittligist TSV Havelse hat Vandalismus auf seinem Vereinsgelände öffentlich gemacht. In der Nacht vor dem Niedersachsen-Duell gegen den VfL Osnabrück sind Unbekannte auf das Vereinsgelände eingebrochen und haben eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Es seien „Fahrzeuge beschädigt, großflächig das Stadion beschmiert mit Parolen in lila Farbe und dabei ein enorm hoher Sachschaden angerichtet“ worden, teilte Havelse mit. Auf entsprechenden Bildern in den sozialen Medien ist zu sehen, dass mehrfach der Geldbetrag von 20 Euro auf Mauern und Banden gesprüht wurde. „20 Euro für einen Stehplatz? Fußball muss bezahlbar sein“, lautet ein größerer Spruch. Alles spricht dafür, dass der Unmut aus dem Osnabrücker Fanlager über die Ticketpreise für das Spiel zu den Sachbeschädigungen führte.

„Der TSV Havelse hat dem VfL Osnabrück Tickets im vorgeschriebenen Gästekontingent (der TSV muss 1.000 Plätze für Gästefans bereitstellen) für 17 Euro angeboten. Für ein angefordertes deutlich größeres Ticketkontingent wurden 19 Euro pro Ticket vereinbart, um die Mehrkosten abzudecken und dem VfL Osnabrück entgegenzukommen“, hieß es dazu in dem Statement.

Der VfL Osnabrück widersprach in einem eigenen Statement der Darstellung, dass günstigere Tickets angeboten wurden. Schon im Vorfeld kritisierte der Verein die Preise als „fanunfreundlich“ und andererseits als „sozial unverträglich“. Man habe jedes Ticket mit zwei Euro subventioniert, „auch um die entstandenen negativen Emotionen in breiten Teilen der Anhängerschaft abzumildern“.

„Hier ist Krieg“, berichtete Havelses Zeugwart

Dennoch verurteilte der Verein den Vandalismus. „Unzufriedenheit mit Eintrittspreisen oder anderweitigen Beweggründe sind keine Rechtfertigung. Die Verantwortlichen müssen auch mit Blick auf den entstandenen Schaden zur Rechenschaft gezogen werden und die Verantwortung für ihr Fehlverhalten tragen“, hieß es.

Havelses Sportdirektor Florian Riedel sprach bei MagentaSport von einem „riesigen Schock“. Der Zeugwart des Vereins habe am Telefon geweint. „Das hat mir das Herz gebrochen. Er hat zu mir gesagt: ‚Flo, hier ist Krieg‘. Ich glaube, das sagt eigentlich alles“, führte Riedel weiter aus.

Der Schaden für den Verein belaufe sich auf mehrere Hunderttausend Euro. Die Spiele der Nachwuchsmannschaften und der Tennis-Abteilung des Vereins mussten abgesagt werden. Das Spiel der Profis gegen Osnabrück konnte hingegen stattfinden. Es wurde wie alle Drittliga-Partien Havelses im Eilenriedestadion in Hannover – Spielstätte der zweiten Mannschaft von Hannover 96 – ausgetragen. 2000 Gästefans sahen einen 2:0-Sieg des VfL Osnabrück.

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