Vor dem Drittliga-Spiel zwischen TSV Havelse und VfL Osnabrück streiten sich die beiden Klubs über angemessene Ticketpreise. Kurz vor dem Anpfiff wird das Stadion in Havelse verwüstet - der TSV sieht die Osnabrücker in der Verantwortung.

Der TSV Havelse erhebt schwere Vorwürfe gegen den VfL Osnabrück. Die "Kommunikation der Verantwortlichen beim VfL Osnabrück hat [...] am Ende zu dieser blinden Wut und Zerstörung geführt", schreibt der Fußball-Drittligist auf Instagram und teilt dazu mehrere Fotos, die Vandalismus-Schäden am heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion zeigen. Darauf sind unter anderem mit lila Sprühfarbe aufgebrachte Parolen zu sehen, verklebte Türschlösser und beschädigte Autotüren.

"Es wurde auf unserem Vereinsgelände eingebrochen", so Havelse weiter, "und dabei ein enorm hoher Sachschaden angerichtet." Von mehreren Hunderttausend Euro ist die Rede. Spiele der Kinder- und Nachwuchsmannschaften sowie von Tennisspielerinnen und -spielern hätten für das Wochenende abgesagt werden müssen.

Verantwortlich für diese Schäden sind laut Havelse Personen aus dem Umfeld der Fans des VfL Osnabrück, eine angesichts der Schmierereien naheliegende Schlussfolgerung. "20 Euro für einen Stehplatz? Fußball muss bezahlbar sein" ist auf einem der Bilder zu lesen, die der TSV auf Instagram geteilt hat. Dabei geht es offensichtlich um die öffentlichkeitswirksam geführte Diskussion um die Ticketpreise für Auswärtsfans beim Gastspiel der Osnabrücker beim Drittliga-Aufsteiger. Der VfL hatte diese selbst groß thematisiert und die "Preispolitik des Heimvereins" als "unverhältnismäßig" bezeichnet. Und sich zudem beklagt, dass Havelse sich dazu nicht gesprächsbereit gezeigt habe.

Spruchband der VfL-Band deutet Verbindung zu Tätern an

Auf Täter mit Osnabrück-Bezug ließen sich auch großflächige Spruchbänder der VfL-Fans während der Partie schließen. "Eure Kartenpreise führen zu neuen Problemen - Osnabrücker Finanzspritze für lokale Reinigungsunternehmen" war darauf zu lesen, wie ein Reporter der "Neuen Osnabrücker Zeitung" berichtete.

Der VfL hatte sich bereits von den Vorfällen distanziert. "Ein solches Verhalten entspricht nicht den Werten des VfL Osnabrück", schrieb der Traditionsklub in einer Stellungnahme auf seiner Webseite: "Der VfL verurteilt diesen Vandalismus und die Sachbeschädigungen auf das Schärfste. Unzufriedenheit mit Eintrittspreisen oder anderweitigen Beweggründe sind keine Rechtfertigung. Die Verantwortlichen müssen auch mit Blick auf den entstandenen Schaden zur Rechenschaft gezogen werden und die Verantwortung für ihr Fehlverhalten tragen." Zudem will der Klub auf die eigenen Fans einwirken, zur Aufklärung und Aufarbeitung beizutragen.

Das Spiel selbst war übrigens von den Vandalismus-Schäden nicht betroffen, weil es aufgrund der DFB-Vorgaben für die 3. Liga im Eilenriedestadion in Hannover ausgetragen wurde. Das betroffene Wilhelm-Langrehr-Stadion des TSV im Vorort Garbsen ist nicht drittligakonform. Die sportliche Geschichte des Niedersachsen-Duells ist schnell erzählt, Osnabrück siegte durch Tore von Robin Meißner (32. Minute) und Bjarke Jacobsen (62.) mit 2:0 (0:0) und setzt sich damit oben in der Tabelle fest, während Havelse auch nach dem vierten Spieltag weiter auf den ersten Sieg wartet.

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