Coco Gauff hat es in die dritte Runde der US Open geschafft. Mit Schweiß und Tränen setzte sie sich gegen die Kroatin Donna Vekic mit 7:6 (7:5), 6:2 durch. Doch schon im ersten Satz flossen Tränen bei der French-Open-Siegerin.

Bei einem Seitenwechsel war der Druck zu hoch, die 21-Jährige vergrub das Gesicht in einem Handtuch, weinte hemmungslos. Zuvor hatte sie beim Stand von 4:4 ihren Aufschlag verloren, einen Doppelfehler gespielt. Es ist Gauffs großes Problem. 22.000 Menschen vor Ort, Millionen vor dem Fernseher, sahen zu, wie sie erneut mit ihrem Aufschlag Probleme hatte.

In Wimbledon war sie in der ersten Runde ausgeschieden – mit neun Doppelfehlern. In Montreal waren es in ihren Spielen 23 und 14 und erst Mitte August in Cincinnati waren noch mal 16.

Schon bevor sie das Gesicht im Handtuch vergrub, hatte sie auf dem Platz mehrfach Tränen in den Augen. Trotz Sieg hatten sich ihre Nerven auch nach dem Match noch nicht beruhigt, das Interview auf dem Platz konnte sie kaum führen.

„Es fühlt sich menschlich an. Als Sportler wird diese Seite von uns ignoriert“, sagte sie auf der anschließenden Pressekonferenz. „Die Leute sagen Dinge wie: ‚Du bist nur die Nummer 3 der Welt, du solltest besser sein.‘ Wenn ich morgen aufhören würde zu spielen, hätte ich eine Karriere, von der so viele träumen würden.“

Elf WTA-Titel im Einzel, zwei Grand-Slam-Titel (US Open 2023 und French Open 2025) – Gauff spielt oben mit. Die Aufschläge sind trotzdem ein Makel. Gauffs Glück in Flushing Meadows: Auch Vekic spielte ein schwaches Match. Im ersten Satz waren allein 20 Prozent der Punkte Doppelfehler. Beide mussten erst ins Spiel hinein kommen, wurden danach besser.

Die US-Amerikanerin hat das Problem erkannt, arbeitet jetzt daran. Dafür hat sie Gavin MacMillan engagiert. Der Biomechaniker hatte schon Aryna Sabalenka geholfen, ihre Aufschläge zu verbessern und damit an die Spitze der Weltrangliste verholfen.

Ein Turnstar als Zuschauerin gab Gauff Kraft

Bei den US Open war es aber eine ganz andere, die Gauff aus der mentalen Sackgasse hinaushalf: Turnikone Simone Biles, die auf den Zuschauerrängen saß.

„Ich dachte mir einfach: Wenn sie auf einem 15 Zentimeter breiten Balken stehen und trotz allem, was sie durchgemacht hat, ihre Leistungen bringen kann, dann kann ich auch hier auf den Platz gehen und einen Ball schlagen“, erzählte Gauff. „Das hat mir ein bisschen Ruhe gebracht. Sie ist eine Inspiration und ihre Anwesenheit hat mir geholfen, zu gewinnen.“

Schon 2024, als Gauff bei den Olympischen Spielen Fahnenträgerin der USA war, schwärmte sie von ihrer Landsfrau. Sie zu treffen, sei eine Inspiration gewesen, sagte Gauff damals und drückte ihre Bewunderung für Biles Offenheit mit mentalen Problemen aus.

Bei den US Open ist Biles jetzt zu Gauffs Glücksbringer geworden. Am Samstag trifft sie auf die an 28 gesetzte Polin Magdalena Frech. Die hatte am Donnerstag Peyton Stearns bezwungen.

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