Sie tragen Smartwatches und Ringe, kontrollieren morgens ihren Score und rechnen sich abends aus, wie viel Schlaf noch drin ist. Viele Menschen tracken akribisch, wie viele Stunden sie nachts schlafen. Sieben Stunden? Acht? Und was bedeutet das wohl für den nächsten Tag?
Gut belegt ist: Zu wenig Schlaf macht auf Dauer nicht nur müde, sondern auch krank. Forscher aus Finnland zeigen nun, dass viele beim Schlaf womöglich auf die falsche Zahl schauen. Denn neben der Dauer entscheidet auch die Regelmäßigkeit über die Herzgesundheit.
Die Studie aus Finnland liefert Hinweise darauf, dass stark schwankende Schlafenszeiten mit einem höheren Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zusammenhängen. Besonders deutlich war dieser Zusammenhang bei Menschen, die weniger als rund acht Stunden pro Nacht schliefen. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „BMC Cardiovascular Disorders“ erschienen.
Die Forscher untersuchten dafür 3231 Menschen aus der Northern Finland Birth Kohorte. Eine Woche lang trugen die Teilnehmer einen Aktivitätssensor am Handgelenk. Dann schauten die Forscher, wie lange sie schliefen, wann sie zu Bett gingen, wann sie aufstanden und wie stark diese Zeiten von Tag zu Tag schwankten.
Anschließend verfolgten die Wissenschaftler über mehr als zehn Jahre, bei wem Herzinfarkte, Schlaganfälle, Herzinsuffizienz oder andere schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse auftraten.
Das Ergebnis: Bei Teilnehmern mit weniger als knapp acht Stunden Schlaf hatten diejenigen mit besonders unregelmäßigen Schlafenszeiten ungefähr ein doppelt so hohes Risiko für solche Ereignisse wie Menschen, die zu vergleichbaren Zeiten ins Bett gingen.
Auch eine stark schwankende Schlafmitte, also der zeitliche Mittelpunkt zwischen Einschlafen und Aufwachen, war mit einem höheren Risiko verbunden. Bei der Aufstehzeit zeigte sich dieser Zusammenhang dagegen nicht – was alle beruhigen könnte, die täglich zur selben Zeit zur Arbeit müssen.
„Dies ist das erste Mal, dass wir die Variabilität von Einschlafzeit, Aufwachzeit und dem Schlafmittelpunkt – sowie deren unabhängige Zusammenhänge mit schwerwiegenden Herzereignissen – getrennt voneinander untersucht haben“, wird Mitautorin der Studie, Laura Nauha, zitiert.
Schützt im Umkehrschluss jeder sein Herz, der täglich um 23 Uhr ins Bett geht? Das lässt sich aus der Studie nicht ableiten. Die Forscher beobachteten lediglich einen Zusammenhang. Offen bleibt auch, ob die unregelmäßigen Schlafenszeiten selbst das Risiko erhöhen oder ob Stress, Gesundheit und ein unregelmäßiger Alltag sowohl den Schlaf als auch die Herzgesundheit beeinflussen.
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