Sie sind enorm energiesparend unterwegs: Schiffshalter. Die Fischart hat die Gewohnheit, sich an anderen Meeresbewohnern festzusaugen und sich von den größeren Tieren durchs Wasser ziehen zu lassen. Forscher beobachteten jetzt aber eine neue, sehr skurrile Angewohnheit des Schiffshalters: Die Fische verstecken sich in der Kloakenöffnung von Mantarochen.

„Das Verhalten des Saugfisches ist ziemlich seltsam“, sagte Emily Yeager, Doktorandin am Department für Meeresbiologie und Ökologie der Universität Miami und Erstautorin der Studie, gegenüber dem Magazin Live Science.

Üblicherweise schwimmen Schiffshalter als blinde Passagiere bei Haien, Walen und Meeresschildkröten mit und nutzen dafür ihre Saugnäpfe – umgewandelte Rückenflossen, um sich an den Transportfischen festzuhaken. Bislang ging man davon aus, dass Schiffshalter den Tieren, mit denen sie reisen, einen Reinigungsdienst leisten, indem sie Parasiten von deren Haut entfernen. Diese neue Entdeckung legt jedoch nahe, dass die Fische den Rochen auch als Versteck nutzen.

Ein Taucher beobachtete das Phänomen. Dabei befand sich ein Schiffshalter in der Nähe der Bauchflosse eines ausgewachsenen Atlantischen Mantarochens. Als der Schiffshalter die Anwesenheit des Tauchers bemerkte, erschreckte sich das Tier, woraufhin es sich „blitzschnell in die Kloakenöffnung des Mantarochens einschob“, schreiben die Forscher in ihrer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Ecology and Evolution“ veröffentlicht wurde.

„Als Reaktion auf diese Störung zitterte der Mantarochen kurz, bevor er mit dem Schiffshalterfisch, der sich noch immer in seiner Kloakenöffnung befand, weiterschwamm“, schreibt das Team.

Die Kloake des Rochens dient sowohl der Paarung als auch der Ausscheidung. Dass sich ein Schiffshalter darin versteckt, sei überraschend und ein bisher unbekanntes Verhalten, so Yeager. „Oft sieht man sie einfach mit ihren Wirten zusammen schwimmen, ohne dass dies irgendwelche negativen Auswirkungen auf ihren Wirt hat“, so die Meeresbiologin.

„Meine erste Reaktion war eine Mischung aus Erstaunen und Entsetzen – es ist so cool, dass Schiffshalterfische das können, aber ich kann mir vorstellen, dass es für den Manta kein Vergnügen ist“, sagte David Shiffman, ein Meeresbiologe aus Washington, DC, der nicht an der Studie beteiligt war, gegenüber Live Science.

Selten beobachtetes Phänomen

Für die Studie sammelte Yeager weltweit Daten von Mantarochenforschern und fand innerhalb von 15 Jahren sieben Fälle des sogenannten Kloakentauchens. Diese Beobachtungen traten in verschiedenen Ozeanen auf, von den Malediven bis Florida. Es handele sich wahrscheinlich um ein weitverbreitetes, aber selten beobachtetes Verhalten, sagte sie.

Yeager erklärte, dass das Ein- und Ausdringen für die Mantarochen Verletzungen oder Stress verursachen könne. Außerdem steige ihr Energieaufwand, wenn sie versuchten, die Fische loszuwerden, was sich im schlimmsten Fall sogar auf ihre Fortpflanzung auswirken könne. Beobachtet wurde demnach auch, dass Mantarochen versuchten, die Schiffshalter durch Sprünge aus dem Wasser oder durch Scharren im Sand abzuschütteln.

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