Beides schadet der Gesundheit: zu wenig und zu viel Schlaf. Ein internationales Forschungsteam hat nun große Datenmengen ausgewertet, um die ideale Schlafdauer zu bestimmen. Das Ergebnis: Wer zu kurz oder zu lang schläft, belastet seine Organe und könnte biologisch schneller altern.
Die Studie wurde kürzlich im Fachmagazin „Nature“ veröffentlicht. Das Team um Junhao Wen von der Columbia University in New York analysierte dafür Daten von über 500.000 Teilnehmern der britischen Langzeitstudie der UK Biobank.
Neben der durchschnittlichen Schlafdauer untersuchten die Forscher Blutwerte, organspezifische Proteine und MRT-Aufnahmen, um das biologische Alter von 17 Organsystemen zu bestimmen. Organsysteme sind Gruppen von Organen, die gemeinsam bestimmte Aufgaben erfüllen – etwa die Verdauung oder das Immunsystem.
Für jedes System nutzte das Team mehrere verschiedene „Altersuhren“, also Messmethoden, die Hinweise auf den Alterungsprozess geben. „Dadurch können wir genauer sehen, wie die Schlafdauer diese Funktionen beeinflusst“, so Studienleiter Wen.
„Frühere Studien haben schon gezeigt, dass Schlaf eng mit der Alterung und Krankheitsbelastung des Gehirns verknüpft ist“, erklärt Wen. Die neue Studie zeigt nun erstmals, dass nahezu der ganze Körper betroffen sein könnte. Das Ergebnis zeige, dass zu wenig oder zu viel Schlaf fast jedes Organ schneller altern ließe, so Wen.
Die Folgen eines gestörten Schlafmusters sind eng mit systemischen Erkrankungen und einem erhöhten Sterberisiko verknüpft, schreiben die Forscher in der Studie.
In einem Bereich waren die biologischen Alterswerte am niedrigsten – bei einer Schlafdauer zwischen 6,5 und 7,8 Stunden pro Nacht. Kürzerer oder längerer Schlaf hingegen stand mit vorzeitiger Alterung in Systemen wie Lunge, Leber, Herz, Verdauungstrakt, Haut oder Nieren, aber auch Immunsystem, Hormonhaushalt und Stoffwechsel in Zusammenhang.
Zudem beobachtete das Team Zusammenhänge mit verschiedenen Erkrankungen: Weniger als sechs Stunden Schlaf pro Nacht waren häufiger mit körperlichen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden. Mehr als acht Stunden Schlaf standen dagegen stärker mit neurologischen und psychischen Problemen in Zusammenhang
„Die Resultate zeigen erneut, dass Schlaf weitreichende molekulare und physiologische Einflüsse auf den gesamten Körper hat“, so das Team. Wichtig sei dies vor allem deshalb, weil der Nachtschlaf ein Faktor ist, den wir selbst beeinflussen können.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke