Beim Lkw- und Busbauer Daimler Truck ist der Gewinn im dritten Quartal um 73 Prozent auf 702 Millionen Euro gestiegen. Ein Jahr zuvor waren es noch 407 Millionen Euro, wie der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart am Freitag mitteilte.
Umsatz und operatives Ergebnis zogen ebenfalls kräftig an. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf rund 12,58 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 89 Prozent auf gut eine Milliarde Euro. Analysten hatten für das Industriegeschäft im Schnitt mit 11,7 Milliarden Euro Umsatz gerechnet, es wurden 11,6 Milliarden. Die bereinigte Umsatzrendite kletterte um drei Prozentpunkte auf 9,1 Prozent.
Der Konzern führte die Entwicklung auf eine Erholung der Märkte zurück. „Unsere Ergebnisse im dritten Quartal zeigen, dass unser Geschäft weiter an Dynamik gewinnt“, sagte Vorstandschefin Karin Rådström laut Mitteilung. „Besonders wichtig ist, dass wir unsere Profitabilität verbessert haben und gleichzeitig weltweit voll auf unsere Kunden ausgerichtet bleiben.“
Absatz steigt um 26 Prozent
Getragen wurde das Plus vor allem vom Lkw-Geschäft in Nordamerika. Die Sparte Trucks North America verkaufte dort 45.629 Lastwagen, gut die Hälfte mehr als ein Jahr zuvor. Damals hatten die Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump die Verkäufe einbrechen lassen. Nun erneuern Spediteure nach drei Jahren Kaufzurückhaltung ihre Flotten. Das bereinigte Ergebnis der Sparte kletterte von 257 auf 691 Millionen Euro.
Insgesamt setzte Daimler Truck 91.260 Lkw und Busse ab, 26 Prozent mehr als im schwachen Vorjahresquartal. Bei Mercedes-Benz Trucks waren es 40.362 Lastwagen nach 35.818. Gefragt waren sie vor allem in Deutschland, in Indien sorgten Investitionen in die Infrastruktur und Ersatzkäufe für Nachfrage.
Zudem gingen mehr Bestellungen ein: konzernweit 10 Prozent mehr, in Nordamerika 12 und bei Mercedes-Benz Trucks 14 Prozent. Seine Jahresprognose bestätigte der Konzern. Im Industriegeschäft peilt er weiterhin eine bereinigte Umsatzrendite von sieben bis neun Prozent an.
Sparprogramm soll eine Milliarde Euro bringen
Hinter Daimler Truck liegen schwache Monate. 2025 sank der Gewinn um 34 Prozent auf zwei Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2026 brach er um 72 Prozent ein. Nach neun Monaten steht unter dem Strich noch ein Minus von 30 Prozent.
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hat der Konzern schon im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt. Bis 2030 sollen die laufenden Kosten in Europa damit um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen dafür rund 5000 Stellen wegfallen, vor allem bei der Lkw-Marke Mercedes-Benz. Sparen will der Konzern auch in Nordamerika.
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