Der Chef des Bundesverbands der freien Tankstellen (BFT), Carsten Müller, geht davon aus, dass die Tankstellen zum Jahreswechsel die Spritpreise noch einmal deutlich anheben werden. Grund dafür sei unter anderem das Ende des Tankrabatts, aber auch die steigende Treibhausgas-Minderungsquote, die Kraftstoffanbieter verpflichtet, die CO2‑Emissionen zu senken, sagte Müller der „Süddeutschen Zeitung“.
Müller rechnete die Preisaufschläge vor: 17 Cent pro Liter durch die Rückkehr zum vollen Steuersatz und weitere sieben bis zehn Cent durch die höhere Treibhausgas-Minderungsquote. Käme mittags eine weitere Preiserhöhung um zehn Cent hinzu, ergäbe sich rechnerisch ein Aufschlag von 34 bis 37 Cent pro Liter. Um die Mittagszeit könne man insgesamt bei einer Erhöhung von „35 bis 40 Cent pro Liter“ landen, so Müller. „Das ist dann der Moment, an dem ich nicht an der Tankstellenkasse stehen möchte.“
Solche Preisspitzen will die Bundesregierung mithilfe eines Spritpreisdeckels verhindern, der nach dem Ende des Tankrabatts 2027 die Marge der Branche begrenzen soll. „Ein Spritpreisdeckel ist blanker Populismus“, sagt Müller. Der Tankstellenbetreiber widerspricht zudem Analysen, dass die Mineralölunternehmen die niedrigere Energiesteuer nur teilweise weitergeben würden: „Wir zocken niemanden ab.“
Ein uneingeschränkter Fan des Tankrabatts ist Müller nicht. Seine Branche profitiere nicht von der gesenkten Energiesteuer: Am Tag vor Einführung müsse er noch den höher versteuerten Sprit verkaufen, „am letzten Tag des Tankrabatts kommt es teilweise zu Hamsterkäufen, manche Leute füllen den Sprit in Colaflaschen ab. Wir sind dann leergetankt. Das wird sich zum Jahreswechsel wiederholen – oder sogar schlimmer werden.“
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