Der Logistik-Milliardär und Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot. Das bestätigte sein Unternehmen Kühne + Nagel mit einer Mitteilung auf der Website. Zuvor hatten das „Handelsblatt“ und das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Informationen aus seinem Umfeld berichtet.

„Mit dem Tod von Klaus-Michael haben wir einen Visionär, einen großartigen Unternehmer und eine außergewöhnliche Persönlichkeit verloren. Unsere Gedanken sind bei seiner Witwe Christine Kühne“, schrieb der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Dr. Jörg Wolle.

Laut „Manager Magazin“ soll Kühne vor zehn Tagen von Mallorca in seinen Schweizer Wohnort Schindellegi zurückgekommen sein. Er sei aufgrund seines schlechten Zustandes ärztlich behandelt worden.

Unternehmer, Investor, Mäzen

Klaus-Michael Kühne trat nach Unternehmensangaben 1958 in das Familienunternehmen Kühne+Nagel ein und wurde 1966 Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft.

Ab 1975 fungierte er als Chief Executive Officer der Kühne+Nagel International AG und von 1992 bis 2011 als dessen Verwaltungsratspräsident. Seit 2011 bekleidete er das Amt des Ehrenpräsidenten des Verwaltungsrats.

Dazu engagierte sich Kühne mit rund einer Milliarde Euro bei Hapag-Lloyd und trug maßgeblich dazu bei, dass die Traditionsreederei in Hamburg bleiben konnte. Zuletzt profitierte er dabei von gigantischen Dividenden infolge der massiv gestiegenen Frachtraten während der Corona-Pandemie. Zudem war Kühne Großaktionär bei der Lufthansa.

Der kinderlos gebliebene Kühne unterstützt über Stiftungen das Kulturleben in Hamburg, hat Millionen für die Elbphilharmonie gegeben und eine Logistik-Hochschule in der Hansestadt gegründet. Viel öffentliche Aufmerksamkeit fand auch sein Engagement beim Fußball-Bundesligisten HSV. In seinen späten Jahren ließ Kühne das Luxus-Hotel „The Fontenay“ in Hamburg bauen.

Laut dem „Handelsblatt“ war er mit einem geschätzten Vermögen von 36 Milliarden Euro hinter Kaufland-Gründer Dieter Schwarz der zweitreichste Deutsche.

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