Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero für eine Milliardensumme. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte, dass es sich mit dem US-Konzern zusammenschließt.
Der US-Konzern legte den Aktionären des deutschen Unternehmens am Donnerstag ein Angebot über 41,50 Euro je Aktie vor. Das entspricht einem Transaktionsvolumen von etwa 12,7 Milliarden Euro.
Zuletzt lag Ubers Anteil bei knapp 25 Prozent, hinzu kam Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Nun verkaufte der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus seinen Anteil von knapp 17 Prozent. Dazu hatte sich die niederländische Beteiligungsgesellschaft im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway („Lieferando“) bereit erklärt.
Delivery Hero verkaufte Deutschlandgeschäft
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschlandgeschäfts („Lieferheld“, „Pizza.de“ und „Foodora“) an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Über die Jahre kaufte Delivery Hero ein Konglomerat an Lieferdiensten in Wachstumsmärkten in Osteuropa, Nahost, Südostasien und Südamerika zusammen. Damit zählt das Unternehmen zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen solchen Dienst – unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands.
Um zu große Überlappungen mit dem Geschäft seiner Tochter „Uber Eats“ zu vermeiden, die ebenfalls Speisen aus Restaurants ausliefert, wolle Uber die türkische Tochter Yemeksepeti sowie Lieferdienste in anderen europäischen Ländern an einen Investor abgeben. Uber Eats und Delivery Hero machen sich auch in Polen, Portugal, Spanien und Schweden Konkurrenz. Wenn sie sich zusammentun, könnte das die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen.
Im Zuge des Kaufs verpflichtet sich Uber dazu, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft in der Bundeshauptstadt vorzunehmen.
Delivery Hero wurde 2011 gegründet. Es galt lange als ein Vorzeigebeispiel für ein deutsches Start-up, das es von 2020 bis 2022 sogar in den Leitindex Dax gebracht hatte – allerdings ohne Gewinne zu erwirtschaften. Erst vor drei Jahren war Delivery Hero erstmals profitabel.
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