Mexiko und die Europäische Union haben ein seit langem auf Eis liegendes Freihandelsabkommen unterzeichnet. Damit wollen sie ihre Abhängigkeit von den USA verringern und sich auch vor Zöllen von US-Präsident Donald Trump schützen. „Das Ziel ist einfach: Wir wollen mehr Arbeitsplätze und mehr Wertschöpfung auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag in Mexiko-Stadt. „Dieses Abkommen verleiht uns Flügel.“ Der Vertrag soll ein Abkommen aus dem Jahr 2000 erweitern, der sich aber ausschließlich auf Industriegüter bezog. Nun geht es auch um Dienstleistungen, öffentliches Beschaffungswesen, digitalen Handel, Investitionen und landwirtschaftliche Produkte.
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, das Abkommen eröffne beiden Regionen enorme Chancen und einen Ausbau des Handels. Sie hob dabei Pharmaindustrie, Landwirtschaft, technologische Entwicklung und Elektromobilität hervor. „Dieses Abkommen ist ein echtes geopolitisches Statement“, sagte EU-Ratspräsident Antonio Costa. Beide Seiten wollen ihre Exporte weg von den USA diversifizieren. Die EU war im April 2025 von Trumps Zöllen mit neuen Abgaben konfrontiert und bereitete Gegenmaßnahmen vor, die jedoch ausgesetzt wurden, als beide Seiten Gespräche suchten. Mexiko wurde mit hohen US-Zöllen auf Automobil-, Stahl- und Aluminiumexporte belegt.
Das mexikanische Wirtschaftsministerium schätzt, dass das neue Abkommen die Exporte des Landes in die EU von aktuell rund 24 Milliarden Dollar pro Jahr auf 36 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2030 steigern kann. Die EU exportiert jährlich Waren im Wert von rund 65 Milliarden Dollar nach Mexiko. Der Handel zwischen beiden Seiten ist binnen eines Jahrzehnts um 75 Prozent gestiegen. Das neue Abkommen sieht zollfreien Zugang für fast alle Waren vor, darunter etwa mexikanisches Hühnerfleisch und Spargel sowie europäisches Milchpulver, Käse und Schweinefleisch, wenn auch mit einigen Kontingenten.
Obwohl das Abkommen bereits fertiggestellt war, dauerte es über ein Jahr, bis es unterzeichnet wurde. Die EU räumte einem Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Block Mercosur Vorrang ein und schloss in den vergangenen Monaten ähnlich Verträge mit Indonesien, Indien und Australien. Mexiko hielt sich während heikler Verhandlungen zur Verlängerung des Handelsabkommens zwischen den USA, Mexiko und Kanada zurück, um die Trump-Regierung nicht zu verärgern. Mehr als 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen derzeit in die USA.
Das Abkommen muss noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden. Der Schritt wird binnen weniger Monate erwartet.
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