Der Preisschock infolge des Iran-Kriegs hat die Inflationsrate in Deutschland im April weiter nach oben getrieben. Die Verbraucherpreise lagen um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats – nach 2,7 Prozent im März, wie das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte.

„Der Iran-Krieg und die damit einhergehenden Energiepreise lassen die Inflation in Deutschland steigen“, sagte Ökonom Felix Schmidt von der Berenberg Bank der Nachrichtenagentur Reuters. Diesel verteuerte sich etwa in Nordrhein-Westfalen um 36,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, Benzin um 18,8 Prozent. Für Heizöl mussten 27,3 Prozent mehr bezahlt werden, für Fernwärme 2,0 Prozent mehr. „Bisher scheint sich der Preisdruck kaum über die Energiepreise hinweg ausgeweitet zu haben“, sagte Schmidt.

Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Durch die Straße von Hormus, über die normalerweise ein Fünftel des globalen Öltransports abgewickelt wird, fließt derzeit kein Öl. Das sorgt für eine Verknappung, weshalb die Weltmarktpreise gestiegen sind. Bundesweit zogen die Energiepreise im April um 10,1 Prozent zum Vorjahresmonat an (März: +7,2 Prozent).

Nahrungsmittel verteuerten sich mit 1,2 Prozent (März: +0,9) unterdurchschnittlich. Dienstleistungen wie Versicherungen oder Reisen kosteten 2,8 Prozent (März: 3,2) mehr. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,3 Prozent (März: 2,5).

Der leichte Inflationsanstieg in Europas größter Volkswirtschaft dürfte vor der Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) an diesem Donnerstag „für eine gewisse Entspannung sorgen“, sagte Berenberg-Ökonom Schmidt. Eine Zinserhöhung sei damit nahezu ausgeschlossen. Bei der übernächsten Sitzung des EZB-Rates im Juni werde die Lage neu bewertet. „Viel wird davon abhängen, ob es zu einer weiteren Deeskalation im Iran-Krieg kommt“, sagte Schmidt.

Mehr in Kürze

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke