Als Reaktion auf die Kosten von Streiks und die hohen Kerosinkosten stellt die Lufthansa den Betrieb der Regionalfluggesellschaft Cityline schneller ein als geplant. Auch das Angebot der Kernmarke Lufthansa wird reduziert.
„Als erster unmittelbar wirksamer Schritt werden ab übermorgen zunächst die 27 operativen Flugzeuge von Lufthansa Cityline endgültig aus dem Programm genommen, um weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft zu reduzieren“, erklärte die Lufthansa am Donnerstag. Die Tochter soll komplett geschlossen werden. Bisher sollte Cityline den Betrieb erst 2028 einstellen.
Lufthansa setzt vor allem kleine Passagierflugzeuge vom Typ Bombardier CJ900 ein. Sie haben nur zwei Sitze auf jeder Seite des Gangs. Die Jets stünden kurz vor dem Ende ihrer technischen Einsatzfähigkeit und hätten vergleichsweise hohe Betriebskosten, teilt Lufthansa mit. Damit könnten weitere Verluste der defizitären Fluggesellschaft reduziert werden.
Bisher werden mit den Regionalflugzeugen Städte in Deutschland und Europa an die Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt/Main und München angebunden. Unklar ist, wie es für diese für die lokale Wirtschaft oft wichtigen Strecken nun weitergeht.
Zum Ende des Sommerflugplanes werden außerdem sechs ältere Langstreckenflugzeuge, vier Airbus A340-600 und zwei Boeing 747-400 bei der Kernmarke Lufthansa ausgeflottet. Im Winterflugprogramm werde das Angebot auf der Kurz- und Mittelstrecke um fünf Flugzeuge reduziert. Zugleich soll die günstiger arbeitende Tochter Discover schneller mit neuen Airbus A350-Jets expandieren.
Die Lufthansa reagiert damit auf den zurzeit unlösbaren Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit über die betriebliche Altersvorsorge. Die Piloten haben gerade die vierte Streikrunde mit zwei Tagen Ausstand bis Freitag begonnen. Auch die gestiegenen Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs belastet die Airline.
Finanzvorstand Till Streichert nannte die Maßnahmen unumgänglich. Es würden ohnehin geplante Einschnitte vorgezogen. „Die aktuelle Krise zwingt uns diese Maßnahme nun früher umzusetzen.“ Der Kerosinverbrauch der Passagierflugzeuge der Lufthansa-Airlines ist laut Konzernangaben zu rund 80 Prozent abgesichert. „Die verbleibenden 20 Prozent müssen dennoch zu den deutlich gestiegenen Marktpreisen gekauft werden. Dieser besonders teure Anteil des Treibstoffbedarfs wird um rund zehn Prozent reduziert“, teite Lufthansa mit.
Bei der Cityline seien allen Beschäftigungsgruppen bereits Anschlussbeschäftigungen angeboten worden. Die Bodenmitarbeiter seien bereits bei einer anderen Lufthansa-Tochter tätig. Die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo halten die Konditionen für Piloten und Kabinenmitarbeiter bei anderen Airlines des Konzerns jedoch für unzureichend. Lufthansa will mit den Betriebspartnern der Cityline Gespräche zu einem Interessenausgleich und einem Sozialplan aufnehmen.
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